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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Still Alice  Mein Leben ohne Gestern (Blu-ray)
Band FILM
Titel Still Alice Mein Leben ohne Gestern (Blu-ray)
Label/Vertrieb Polyband/WVG
Homepage stillalice.de/
Veröffentlichung 31.07.2015
Laufzeit 101:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Alzheimer ist eine Form der Demenz-Erkrankung, die mitunter auch durch das fortschreitend hhere Alter der Gesellschaft immer mehr die schreckliche Oberhand gewinnt. Aktuell sind in Deutschland ca. 1,5 Millionen Menschen davon betroffen, whrend die Hochrechnungen in den nchsten 20-30 Jahren von schon von einer Verdopplung dieser Zahl ausgehen. Die beiden Regisseure Richard Glatzer und Wash Westmoreland nahmen sich in der Verfilmung des gleichnamigen Romans "Still Alice: Mein Leben ohne Gestern" der Neurowissenschaftlerin Lisa Genova an, der eine besonders aggressive Form von Alzheimer behandelt.

Im Mittelpunkt steht die Linguistin Alice, die mit 50 erfhrt, dass sie diese Krankheit hat, und sie auch sehr schnell fortschreiten wird. Ihr Mann und ihre Kinder nehmen die Nachricht geschockt auf, nur Tochter Lydia beginnt fortan den Weg gemeinsam mit ihrer Mutter zu gehen, whrend die schreckliche Prognose ihren Tribut fordert, und Alice Mann und Tochter Anna sich immer weiter entfernen. Trotz dessen, dass es bei "Still Alice: Mein Leben ohne Gestern" vllig irrelevant ist mehr zur Geschichte zu erwhnen, braucht es obendrein keine weitere Ausarbeitung der Handlung. Zentraler Dreh- und Angelpunkt dieses Dramas ist Julianne Moore in der Rolle der erkrankten Alice, und zu Recht wurde sie dafr grozgig mit Preisen bedacht. Es handelt sich bei diesem Werk allerdings, trotz hochkartiger Besetzung, nicht um ein Hollywood-Groprojekt, sondern um einen kleinen Independent-Film. Neben Moore spielt Alec Baldwin durchaus berzeugend als Ehemann John auf, Kate Bosworth als Anna und Shane McRae als Sohn, dessen Rolle jedoch leider ziemlich untergeht im Gesamtkontext. Herausragend kann man dafr Kristen Stewart nennen, die obgleich ihrer Schelte fr ihre Rollen in der "Twilight"-Reihe und "Snow White and the Huntsman", hier die Rolle der Tochter Lydia mit Bravour meistert und ausfllt.

Natrlich wurde Alzheimer bereits oft filmisch bedacht. "50 Erste Dates" nahm es mit Humor, auch Til Schweigers "Honig im Kopf" brachte uns eine humorvoll, romantisch-verklrte Variante, "Wie ein einziger Tag" und "An ihrer Seite" nicht zu vergessen. Wer, wie ich, einmal die Auswirkungen dieser Krankheit in ihren ganzen Facetten erlebt hat, wird wohl von keinem dieser Werke, egal ob tragisch oder komisch, mental verschont bleiben. Die Herangehensweise an die Thematik ist sicher nicht leicht, vor allem da sich ja alles im Kopf des Erkrankten abspielt, und man lediglich Fragmente der Auswirkungen auf das Leben dessen und seines Umfeldes darstellen kann. Hier besann man sich darauf die Figur der Alice zu betrachten, und lie die Beteiligten etwas auen vor. Das kann man als Kritik verstehen, allerdings hat es mich im Gesamtkontext nicht gestrt, da hier zwar einerseits nichts beschnigt wird, andererseits aber auch nichts verkitscht oder stilisiert. Die Regisseure, die auch das Drehbuch verfassten, konzentrieren sich aufs Wesentliche, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren, und visualisieren dabei die einzelnen Etappen der Erkrankung durchaus gekonnt. Ein guter Film, ein wichtiger Film, der noch einen Tick intensiver geworden wre, wenn man sich noch etwas mehr auf das Familienleben selbst konzentriert htte. Ob es andersherum passen wrde den Fokus derart zu verschieben ist trotzdem auch fraglich, da die Wandlung von Alice zur "anderen" Alice durch Julianne Moore einfach so echt wirkt, das man es schon nicht mehr gespielt nennen kann. Bild und Ton der Blu-ray sind qualitativ gut, in den Extras finden sich noch Interviews und eine B-Roll. Der Film erscheint allerdings auch in einem Mediabook, dem noch ein Booklet beiliegt.
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