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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - The Lords of Salem (Blu-ray)
Band FILM
Titel The Lords of Salem (Blu-ray)
Label/Vertrieb Universal Pictures Germany GmbH
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Veröffentlichung 31.10.2013
Laufzeit 100:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 7 von 15 Punkten
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Seinerzeit begann Rob Zombie als Musiker, bis er sich 2003 auf den Regiestuhl schwang, und sein Spielfilmdebt "Haus der 1000 Leichen" ablieferte. Der grellbunte Brutalostreifen war ein Erfolg fr Zombie, und die Horrorfans lechzten nach mehr Input aus seiner Hand. 2005 legte er mit "The Devils Rejects" nach, und fhrte die Geschichte um die durchgeknallte Familie Firefly auf andere, aber nicht minder faszinierende Weise fort. Als bekannt wurde, dass er an einem Remake von John Carpenters Horrorklassiker "Halloween" arbeitete, waren die Fans misstrauisch, aber mit seiner Neuinterpretation konnte er durchaus wieder Punkte wett machen. "Halloween 2" spaltete die Filmgemeinde zwar etwas, allerdings wusste auch dieser durchaus zu gefallen. Nach einem Ausflug in die Welt des Trickfilms liefert Rom Zombie nun seine nchste Arbeit, "The Lords of Salem", ab, und bleibt dem Horrorgenre damit treu. Allerdings geht er weg von den gewohnten knallharten Splattereffekten und dsteren Psychopathen, denn seine Geschichte findet sich in anderen Gefilden wieder.
Salem ist eine Kleinstadt in den USA. Heidi arbeitet dort als Radio-DJane und bekommt eine Holzkiste mit der Platte der Band "The Lords of Salem" geschickt. Als sie diese abspielt, und eigenartige Gesnge durch den ther geschickt werden, ahnt sie noch nicht, welches Unheil sie damit ber die Stadt bringt.
Zur Geschichte selbst mchte ich viel mehr gar nicht verraten, nur soviel, dass sie klar an den Gruselfilm der 70er angelehnt daherkommt. Das macht sich an der hervorragend eingefangenen Atmosphre in der ersten Hlfte des Films absolut bemerkbar, und Zombie zeigt abermals, dass er es versteht mit Optik und Sound umzugehen. Leider fhrt er den thematisch im Hexenfilm angesiedelten Streifen mit zunehmender Spieldauer in immer absurdere und teils merkwrdig anmutende Ablufe und Szenerien, die manchmal sogar etwas lcherlich wirken, und am Ende knnte dezent die Frage aufkommen, was das nun eigentlich sein sollte. Dabei fhrt Zombie darstellerisch wirklich mit Vollgas! Neben seiner Ehefrau Sheri Moon-Zombie in der Hauptrolle sind Leute wie Bruce Davison, Meg Foster, Dee Wallace, Ken Foree, Maria Conchita Alonso an Bord. In kleinen Nebenrollen ebenso Sid Haig und Michael Berryman. Andererseits schrammt der Regisseur mit seinem Film aber auch ganz dreist an die Filme Ken Russells heran, ebenso wie er sich etwas an Werken wie "Rosemarys Baby" orientiert, ohne diese Klasse jedoch erreichen zu knnen. Was dem geschuldet sein mag, steht in den Sternen. Vielleicht ist es ja teils die Tatsache, dass man das Gefhl hat einen unfertigen Film zu sehen, nachdem die Rolle Richard Lynchs (wegen seinem Tod) umbesetzt werden musste, die Parts von Barbara Crampton und Udo Kier ganz aus dem Endprodukt verschwanden, und einige Szenen und Bilder von vorab verffentlichtem Material im fertigen Film nie zu sehen sind. Der Streifen wird sicherlich seine Anhnger unter den Filmfans finden, ich fr meinen Teil warte darauf, dass Rob Zombie zu seinen alten Strken zurck findet.
Technisch gibt es an der Scheibe nichts zu bemngeln. Optisch und auch soundtechnisch bewegt man sich auf hohem Niveau, allerdings wren gerade bei einem solchen Film Extras wnschenswert gewesen, die ber eine Trailershow hinausgehen.




Zum Abschlu hier noch ein passendes Special von "VOLL:KONTAKT Promotion", welches thematisch mit der Handlung von "The Lords of Salem" einhergeht.
Vielen Dank frs zur Verfgung stellen.


Sie beschftigen seit Jahrzehnten Fans, Verschwrungstheoretiker und Sittenwchter: Rckwrtsbotschaften (auch Backward Messaging genannt) in Rock- und Heavy Metal-Songs. In einigen Liedern sollen die Musiker geheime Botschaften an ihre Fans versteckt haben, wenn diese die Lieder rckwrts abspielen. Meistens jedoch reine Fantasiegebilde. Oder doch nicht? Whrend einige Musiker tatschlich scherzhaft ironische Botschaften in ihren Songs versteckten, mussten sich andere gegen bse Vorwrfe wehren. Dass das Thema auch heute noch nicht vom Tisch ist, zeigt Rob Zombies neuer Gruselschocker THE LORDS OF SALEM (ab 31. Oktober auf DVD), in dem das Rckwrtsabspielen einer Schallplatte ein wahres Horrorinferno auslst.

And the story begins...
...with the Beatles. Als im Jahre 1969 ein Anrufer bei einem Radiosender behauptete, dass Paul McCartney 1966 bei einem Autounfall verstorben und dann heimlich durch einen Doppelgnger ersetzt wurde, wurde der Moderator gebeten, den Song "Number Nine" rckwrts abzuspielen. Der Radiomoderator folgte der Bitte des Fans und konnte selber nicht fassen, was er da hrte: Aus der Wiederholung der Zeile "Revolution Number Nine" wurde "Turn me on, dead man" (http://www.youtube.com/watch?v=n7QZNZx2QKA). Die angebliche Botschaft vom Tode des wahren Paul McCartney verbreitete sich wie ein Lauffeuer, und wurde zu einem Hobby fr Vollblutfans, Verschwrungstheoretiker und Sittenwchter. Denn Todesnachrichten waren nicht das Schlimmste, was in den Songs gefunden werden sollte.

Sex, Drugs und Rock'N Roll

Natrlich ist prinzipiell allen Rockmusikern ein Hang zum Drogenkonsum zu unterstellen. Sie trinken, rauchen, kiffen und werfen sonstwas fr Pillen ein. Klar, denkt sich jeder Schubladendenker. Was jedoch passiert, wenn Bands anscheinend auch noch ihre Fans zum Drogenkonsum auffordern, sieht man am Beispiel von Queen: Die Titelzeile ihres Hits "Another One Bites The Dust" soll rckwrts abgespielt soviel heien wie "It?s fun to smoke marijuana" (http://www.youtube.com/watch?v=mlvFkws9PYY9). Allerdings nur mit sehr viel Fantasie. Dachten sich auch Queen, und wehrten sich gegen die Vorwrfe.

Zum Teufel mit der Rockmusik

Ausgerechnet mit "Stairway to Heaven" sollten Led Zeppelin (http://www.youtube.com/watch?v=zGsUcPdPWBg) dem Teufel huldigen. Mit "Here's to my sweet Satan" sollen die Rckwrtszeilen beginnen, die die Fans vom rechten Weg abzubringen versuchen. Dieses Beispiel lste eine wahre Nachforschungswelle nach satanistischen Botschaften aus, die so manchen Anti-Rocker in seinen Vorurteilen gegen Rockmusik bestrkte und den Bands ordentlich auf die Nerven gingen.
Schlimmer als Led Zeppelin traf es allerdings Judas Priest. Eltern aus Nevada verklagten die Band, weil ihre Shne angeblich vom Song "Better By You, Better Than Me" dazu getrieben wurden, sich selber umzubringen. Die Antwort der Band lautete klug und nicht ohne Ironie: Es wrde wohl kaum im Interesse der Band liegen, ihre Fananzahl durch Selbstmordauftrge zu dezimieren. Die Musiker wurden freigesprochen.

Noch nicht ganz vom Tisch

Auch heute meinen einige Fans, Botschaften in den Songs ihrer Stars entziffert zu haben. Auch, wenn der Hype um die Botschaften mit dem Auftauchen von CD und mp.3 nicht mehr so gro ist, finden sich doch einige (abstruse) Beispiele und Verschwrungstheorien im Netz. In Rob Zombies THE LORDS OF SALEM strzt eine Backward Message die Radio DJane Heidi in einen wahren Alptraum und lsst einen alten Hexenzirkel zum Leben erwachen. Die schlimmsten Befrchtungen aller Sittenwchter drften damit wahr werden, und auch dem abgehrtetsten Horrorfan das Blut in den Adern gefrieren lassen.
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