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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Jäger des Augenblickes - Ein Abenteuer am Mount Roraima (Blu-ray)
Band FILM
Titel Jäger des Augenblickes - Ein Abenteuer am Mount Roraima (Blu-ray)
Label/Vertrieb MFA/ Red Bull Media House
Homepage www.jaegerdesaugenblicks.de
Veröffentlichung 04.10.2013
Laufzeit 102:00 Minuten
Autor Thorsten Dietrich
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Es gibt Dokumentationen die sind spannender als fiktionale Filme!
"Jäger des Augenblickes - Ein Abenteuer am Mount Roraima" ist solch eine Doku. Drei deutsche Sportkletterer und Freunde (Stefan Glowacz, Holger Heuber und Kurt Albert) machen sich auf und verlassen ihre Familien um den Tafelberg Roraima (könnte locker in jedem Abenteuerfilm vorkommen) zu erklettern. Der liegt Mitten im Dschungel vom Dreiländereck Brasilien / Venezuela / Guyana.
Man sieht die drei Sportler vor und während der Aktion, beim Planen, philosophieren und auch mit der Familie. Einer hat z.B. vier Kinder und eine Frau, trotzdem geht er nicht nur einmal auf solche gefährlichen Missionen da ihm das Leben sonst zu öde wäre. Dass es gefährlich sein kann, zeigt der Tod eines Kletterers. Wer es ist, wird leider direkt auf dem Rückcover verraten. Somit ist klar, dass diese Expedition kein Kindergeburtstag ist. Die super durchtrainierten Extremsportler haben auch nichts dem Zufall überlassen und wollen gut ausgerüstet mit Trägern (die Situation erinnert mich immer an alte "Tarzan" Schinken) zu Fuß durch den Dschungel zum Rand des Berges, dem Felspfeiler La Proa gelangen. Alleine das wäre sicherlich schon ein Abenteuer für mich, dann muss aber die ganze Ausrüstung mit rauf und es regnet permanent.
Ich musste spontan an Filme wie "Cliffhanger" oder die Eröffnungssequenz von Mission Impossible 2" denken, wobei der Realismus der Aktion das Ganze viel packender gestaltet.
Mit einer Kombination aus Faszination und Kopfschütteln schaue ich diese sehr gut gemachte und seriöse, nicht effekthascherische Dokumentation. Ich muss mir immer vor Augen halten, dass die Männer das freiwillig machen und sich des Risikos bewusst sind. Wie sagt einer: Mit dem Helikopter kann man auch da landen.
Trotzdem: Hut ab vor dieser Leistung, ist DEFINITIV mehr Sport als mit schnellen Autos im Kreis zu fahren!
Als Bonus gibt es das übliche Making Of, einen Gedenkfilm für den Verstorbenen und zwei Audiokommentare.
Noch etwas zum Bild: Bei solch einer hakeligen Kletter-und Wanderpartie darf man keine gestochen scharfen HD-Bilder, aber grandiose Landschaftsaufnahmen erwarten. Die sind auch massig vorhanden, jedoch würde ich spontan Interessierten sagen das eine günstigere DVD bei diesem Bildmaterial locker ausreicht. Wobei mir übel wird ist die genial an den Protagonisten klebende Kamera die wirklich die Höhe und den Nervenkitzel einfängt. Allein das Schlafen auf schmalen Felsvorsprüngen ist für mich schon der Horror. Wie haben die das so gut gefilmt?
Wer an einer tollen Kletterdokumentation mit geringen Längen jenseits von Bergsteigern wie Reinhold Messner abfährt, ist hier richtig!
Vom "Nachmachen" rate ich aber ab.
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