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24. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

RONNIE LANE BAND - Live At The Rockpalast 1980
Band RONNIE LANE BAND
Titel Live At The Rockpalast 1980
Label/Vertrieb M.I.G.-Musik GmbH
Homepage www.mig-music.de/
Veröffentlichung 25.01.2013
Laufzeit 76:00 Minuten
Autor Stephan Mertens
Bewertung 9 von 15 Punkten
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Wie viele andere Musiker, ist auch Ronnie Lane 1997 vor seiner Zeit gestorben. Der Pressetext verrt mehr ber diesen, mir unbekannten Namen. Lane war in den 60er-Jahren eine treibende Kraft der populren Beat-Formation SMALL FACES und auch nach dem Zerbrechen dieser, neben Ron Wood und Rod Steward ein Teil des Trios THE FACES. Im folgenden Jahrzehnt versuchte er sich an einer weniger erfolgreichen Solokarriere und bekam schlielich die Diagnose, an Multiple Sklerose erkrankt zu sein.

Dennoch hielt Lane an der Musik fest und betrat am 19. Mrz 1980 mit seinen sieben Bandkollegen die Bhne des WDR-Studios A in Kln. Die Truppe prsentierte eine unterhaltsame Mischung aus 50er-Jahre Rock'n'Roll, gepaart mit dem coolen Boogie Woogie-Piano von Ian Steward (THE ROLLING STONES) und einer berraschend groen Portion irisch geprgtem Folk Rock. Der Snger, Gitarrist und Songschreiber, erinnert im Mitschnitt optisch, wie auch gesanglich ein bisschen an Paul McCartney. Dies ist aber fast der einzige Bezug zum Beat der 60er-Jahre, in dessen groer Zeit beide ihre Erfolge feierten. Fr mich ist das grundstzlich gut so, nur den Oberknaller "Ichycoo Park" aus seiner Feder vermisse ich ein bisschen. Stattdessen runden vereinzelte Saxophon- und sogar Schifferklaviereinstze die vielseitigen Songs optimal ab. Als Hhepunkt der Show erklingt gegen Ende das coole Chuck Berry Cover "You Never Can Tell", welches Musikfreunde sptestens seit dem "Pulp Fiction" Soundtrack kennen. Ja, natrlich knnte man diese Musik voreilig als Altherrenrock abtun, aber die gutklassigen Musiker, sowie das Vorwegnehmen, der besonders in den letzten zwei Jahrzehnten, so beliebten folkloristischen Rockmusik, hat auf jeden Fall seinen Reiz. Wer braucht schon FLOGGING MOLLY oder FIDDLERS GREEN, wenn man das alles schon so hnlich 1980 geboten bekam. Nebenbei bemerkt scheint Lane ein wirklich sympathischer, humorvoller Kerl gewesen zu sein. Die Bhnenprsenz und seine Ansagen lassen das jedenfalls erahnen. Die Reaktion auf den Auftritt ist allerdings recht lahm. Das Publikum sitzt und nutzt die Musik nicht, um aus sich raus zu gehen, auch der Klang des Mikrophons wirkt ein bisschen bersteuert, wenn man die Anlage mal aufdreht. Beim Bild treten ebenfalls die blichen Queerstreifen auf, welche zu den lteren WDR-Mitschnitten mittlerweile einfach dazu gehren und ein paar Strungen gibt es leider auch.
Bei aller Kritik muss man aber fair bleiben, denn fr einem Nischenknstler wie Ronnie Lane, lohnt sich keine aufwendige Restaurierung. Fans drfen sich trotzdem freuen, dass dieses zumindest musikalisch schwer gelungene Konzert das Licht der Welt erblickt.
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