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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Tödliche Experimente (The Bumblebee Project)
Band FILM
Titel Tödliche Experimente (The Bumblebee Project)
Label/Vertrieb 3L Vertriebs GmbH & Co. KG
Homepage www.3l-homevideo.de
Veröffentlichung 15.11.2012
Laufzeit 92:00 Minuten
Autor David Lang
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Zunächst einmal bitte nicht vom dämlichen Titel abschrecken lassen. Was denken sich eigentlich einige "schlaue Köpfe" manchmal dabei, wenn sie ausländischen Produktionen neue Namen geben?! Diese Unart hat aus dem amerikanischen "The Bumblebee Project" (was der Film bei uns wenigstens als "Untertitel" beibehalten hat) kurzerhand "Tödliche Experimente" gemacht. Dämlich deshalb, weil der reißerische Titel den potentiell geneigten Zuschauer komplett in die Irre führt.
"The Bumblebee Project" (jetzt aus Prinzip!) ist nämlich weder ein Thriller, noch ist er ein Horrorfilm, was man beim Blick aufs Cover der DVD zunächst vermuten könnte. Hinter dieser Romanverfilmung (als solcher heißt er, Überraschung, leider ebenfalls "Tödliche Experimente") steckt vielmehr ein berührendes Drama mit Elijah Wood. Dieser spielt Barney Snow, einen Jungen der in einer Klinik für unheilbar kranke Kinder wach wird und sein Gedächtnis verloren hat. Alles woran er sich erinnern kann, sind ein Autounfall, sein Name und später noch seine Mutter. Ansonsten geht es Snow jedoch gut, umso seltsamer findet er die Experimente, die die Ärzte mit ihm durchführen. Der junge Mann zweifelt mit der Zeit an sich und will nichts lieber, als herausfinden, wer er ist.
Entgegen der Empfehlung seiner Ärztin, gespielt von Janeane Garofalo (Cable Guy, Dogma, u.a.) keine engere Bindung zu den anderen, im Gegensatz zu ihm todkranken Kindern aufzubauen, freundet er sich mit dem, im Rollstuhl sitzenden Billy, dem ans Bett gefesselten Mazzo und dessen (gesunder) Schwester Cassie (ganz bezaubernd: Rachael Leigh Cook) an. Gemeinsam schenken sich die vier Mut und helfen einander über ihre Situation.
Besonders Snows Hintergrund scheint dabei gar nicht so einfach zu erklären zu sein, wie zunächst angenommen.
Im letzten Drittel stellt der Film einige hochinteressante, ja fast philosophische Fragen, über die man als Zuschauer automatisch mitgrübelt, auf die aber hier nicht weiter eingegangen werden soll, da ich sonst den Spaß am Film trüben würde.
"The Bumblebee Project" ist ein hervorragend gespielter und zu Herzen gehender Film, der zu großen Teilen von seinem stark besetzten Cast getragen wird. Hinzu kommt eine nicht alltägliche Handlung, die trotz ihrer Schwere unweigerlich fesselt.
Dass der Film, der bereits 1999 entstand, erst jetzt erscheint, lässt sich meine Erachtens nur mit der Hoffnung auf bessere Verkäufe durch den Hauptdarsteller erklären. Schließlich geht neben Peter Jacksons "Der Hobbit" Anfang 2013 auch das Remake von William Lustigs "Maniac" mit Wood in der Rolle des Ober-Psychos an den Start. Bin mal gespannt, wie wandelbar "Frodo" wirklich ist.
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