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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Goldene Zeiten
Band FILM
Titel Goldene Zeiten
Label/Vertrieb 3L Homevideo
Homepage www.3l-homevideo.de/
Veröffentlichung 20.09.2012
Laufzeit 129:00 Minuten
Autor Stephan Mertens
Bewertung 10 von 15 Punkten
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Wer kennt sie nicht, die beiden deutschen Ruhrpott-Filme "Bang Boom Bang" und "Was nicht passt, wird passend gemacht". Peter Thorwarth hat zwischen 1999 und 2006 die sogenannte Unna-Trilogie inszeniert. Seitdem hat man von dem sympathischen, damaligen Jung-Regisseur nicht mehr viel gehrt. Eigentlich schade, denn auch wenn der vorliegende Abschluss "Goldene Zeiten", der schwchste der drei Beitrge ist, hat er zumindest mehr Klasse und gute Ideen, als so manch andere erfolgreiche, deutsche Kinoproduktion dieser Tage.

Inhaltlich dreht sich alles um ein Golfturnier fr einen guten Zweck. Hinter den Kulissen geht es aber um etwas vllig anderes, denn so ziemlich jeder der Beteiligten will aus der Veranstaltung fr sich mglichst viel Kohle rausholen. Im Mittelpunkt des Filmes steht Ingo (Wotan Wilke Mhring), ein erfolgloser Eventmanager, der einen gro angelegten Betrug am Laufen hat. Er prsentiert den bekannten, ehemaligen TV-Star Douglas Burnett aus Amerika, der als Zugpferd die lokale Prominenz mitziehen soll, damit mglichst viele Spenden gesammelt werden knnen. Der Clou ist, dass es sich dabei um einen Doppelgnger handelt, dem selbstverstndlich deutlich weniger Gage zusteht, als einem internationalen Schauspieler. Auch der Leiter des Golfclubs, Jrgen Matthies (Wolf Roth), ist auf Geld angewiesen. Niemand ahnt, wie schlecht es um den Verein steht. Frisierte Bcher und ein Leben ber seinen Verhltnissen, fordern Tribut. Die Kinder in Rumnien, welche nach Auen, von der Aktion profitieren sollen, interessieren hier niemanden. Thorwarth hat die meisten Fans der vorangegangenen Filme mit seiner Schickeria-Satire enttuscht. Den flotten, unbeschwerten Humor eines "Bang Boom Bang" sucht man hier vergebens. Auch in Sachen Tempo geht "Goldene Zeiten" einen vllig anderen Weg. Auf zu langen 130 Minuten agieren einfach zu viele Figuren, zudem verrennt sich der Streifen in mehreren Phasen in unwichtigen Nebengeschichten. Doch fr den Film spricht der berraschend hochwertige Look, die groe Anzahl an berzeugend auftretenden Darstellern (unter anderem Ralf Richter, Alexandra Neldel, Ludger Pistor, Gedeon Burkhard) und der Geniestreich, Dirk Benedict (Face aus "A-Team") einen deutschen Provinzschauspieler spielen zu lassen, der wiederum den Gaststar aus Amerika spielt. Wenn man seine Ansprche etwas runterschraubt und sich mehr auf eine Satire auf Medien und Halbprominenz, statt auf Sprche am laufenden Band einstellt, unterhlt der bis heute leider letzte Film von Peter Thorwarth schon recht gut. Fr diejenigen, die "Goldene Zeiten" schon kennen oder gar im Regal stehen haben, wird diese Wiederverffentlichung allerdings vermutlich weniger interessant sein.
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