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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Blackout - Die Erinnerung ist tödlich
Band FILM
Titel Blackout - Die Erinnerung ist tödlich
Label/Vertrieb Fernsehjuwelen / Al!ve
Homepage www.fernsehjuwelen.de
Veröffentlichung 09.08.2012
Laufzeit 40:00 Minuten
Autor Thorsten Dietrich
Bewertung 13 von 15 Punkten
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In der Reihe "Fernsehjuwelen" gibt es mit der Serie "Blackout: Die Erinnerung ist tödlich" ein wirklich verkanntes Juwel. Im ausführlichen, sehr informativen Booklet erfährt der Käufer detailliert warum diese aufwendige Sat1 Serie 2006 durch schlechte Programmpolitik gnadenlos gefloppt ist! Die letzten Teile wurden gar im Nachtprogramm einfach so verrammscht.
Ich habe von der achtteiligen Miniserie die sich sicherlich an US-Cop Serien und Filmen wie "Memento" orientiert hat bisher noch nie gehört!
Sie handelt vom Polizisten Paul Novak" (Misel Maticevic) dessen Frau ermordet wurde. Er findet sie und will völlig in Panik diese in ein Krankenhaus bringen. Auf dem Weg dorthin hat er einen schweren Unfall und danach sein Gedächtnis verloren. Wie ein Kind muss er vieles wieder lernen und lebt lange in einer Klinik. In einem schwarzen Buch schreibt er sich die Dinge auf die er wissen muss und schreibt sich auch Reihenfolgen was er wann zu tun hat (z.B. Rasieren) oder Personen auf. Er muss bei seinem reichen Anwaltsbruder Christoph und Familie unterkommen, der sich auch in der Zeit seines Krankenaufenthaltes um seinen Sohn kümmerte. Irgendwie ist der Anwalt auch recht verdächtig ist. Was für ein Mensch war Paul vor dem Unfall? Jedenfalls ein anderer als danach! Zusammen mit seinem absolut destruktiven und fertig aussehenden Kollegen Boris Schenker (Roeland Wiesnekker) der selbst jede Menge Dreck am Stecken hat und auf der Lohnliste der türkischen Drogenmafia steht findet er langsam heraus, was vor einem Jahr passiert ist. Durch ebenso spannende Nebenfiguren und deren Schicksale die teils untereinander und / oder mit Paul verbunden sind bleibt es spannend. Immer tiefer dringt der Zuschauer mit Paul in acht Tagen bzw. Folgen in die Geschichte ein und bekommt ein Bild wer Paul war und warum er manche Dinge getan hat. Aber auch seine Familie und das Umfeld wird "aufgerollt", was natürlich auch verschachtelt zugeht.
In den acht Folgen passiert eine Menge, interessant sind auch die Rückblenden oder Flashbacks von Paul sowie die Leistung des Hauptdarstellers. Aber auch die Nebendarsteller sind nahezu alle superb besetzt (Domenick Raake, Ricky Müller, u.v.m.). Hilmi Sözer als Türkenmafiosi ist endlich mal herrlich gegen sein Comedyklischee besetzt und macht seine Sache gut. Oscarreif und zutiefst interessant gespielt vom Schweizer Roeland Wiesnekker als Pauls Kollege Boris bin ich von dieser tragische Figur der Serie total gefesselt!
Als Zuschauer wird einem das trostlose Leben der Junkies auf der Suche nach Stoff genauso näher gebracht, wie korrupte Machtmenschen, skrupellose Dealer und desillusionierte Polizisten!
Diese unterbewertete famose Mini-Serie sehen viele als inoffiziellen Vorgänger der ebenfalls in Berlin spielender Krimiserie "Im Angesichts des Verbrechens" bei der Misel Maticevic ebenfalls mitspielt. Diese Serie spielt aber im Dunstkreis der Russenmafia.
"Blackout" hat neben dem informativen Booklet noch zwei Features als Bonus an Bord, was insgesamt ca. 55 Minuten ausmacht. Regisseur Peter Keglevic kommt hier ausführlich zu Wort.
Fazit: Ein Muss für Fans spannender Krimiserien mit Niveau und Tiefgang die nicht nur US-Serien oder britischen Stoff schauen möchten!
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