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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Arschkalt
Band FILM
Titel Arschkalt
Label/Vertrieb NFP/ WARNER VIDEO GERMANY
Homepage www.arschkalt-derfilm.de
Veröffentlichung 30.03.2012
Laufzeit 84:43 Minuten
Autor Stephan Mertens
Bewertung 10 von 15 Punkten
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Im Kino wurden bereits die unterschiedlichsten Berufsgruppen vorgestellt: Brieftrger, Taxifahrer, Rechtsanwlte, Kosmetikberater, Metzger, Friseure. Sie alle hatten Auftritte als Filmhelden. Whrend der ersten Minuten von "Arschkalt" musste ich erst mal schmunzeln, denn eine Geschichte ber Verkaufsfahrer von Tiefkhlprodukten habe ich bisher noch nicht gesehen. Dabei kann die Symbolik gar nicht passender sein. Der Film handelt von dem griesgrmigen Einzelgnger Berg (Herbert Knaup). Der ehemalige Firmeninhaber hat die Pleite seines Unternehmens nie wirklich verkraftet und schlgt sich, stets schlecht gelaunt und khl wie ein Eisblock, als Fahrer fr einen Wettbewerber durch. Als ein niederlndischer Konzern eines Tages die Firma bernimmt, ndert sich einiges. Die neue, attraktive, aber auch strenge Vorgesetzte (Elke Winkens) verdonnert Berg dazu, den Tollpatsch Nr. 1 (Johannes Allmayer) innerhalb der nchsten zwei Wochen fr den Haus-zu-Haus-Verkauf auszubilden. Letzterer ist das genaue Gegenteil vom alten Hasen: vllig berdreht, naiv und laut. In der ungewohnten Kombination steckt eine Menge Potential, denn beide beginnen gezwungenermaen, ihren Trott zu verlassen, aufzutauen und ber verdrngte Probleme nachzudenken.

Die ruhige Komdie von Max Ophls-Preistrger Andr Erkau ("Selbstgesprche") berzeugt in erster Linie durch gelungene Dialoge, urige Situationen und eine groen Portion Herzlichkeit. Herbert Knaup gibt den "arschkalten" Menschenfeind Berg einfach genial. Bei so manchem trockenen Spruch seinerseits, bleibt einem schon mal die Tiefkhlpizza im Halse stecken. Hinzu kommt der ironische, aber bodenstndige Blick in die Welt der Verkaufsfahrer. Zwei, drei Gesprche an den Haustren der Kunden zaubern dem Zuschauer ein dickes Grinsen auf das Gesicht. Sicherlich muss man erwhnen, dass der Kern der Geschichte alles andere als neu ist. Die Entwicklung der Handlung liegt im Grunde schon frh auf der Hand. Zudem schleichen sich, trotz der kurzen Laufzeit von 85 Minuten, kleine Lngen ein.

Empfehlenswert ist der Streifen dennoch. Es tut richtig gut, zu wissen, dass neben den vielen modern gefilmten, schnell geschnittenen und pseudoknstlerischen Produktionen, auch noch so entspannte und beruhigende Filme wie "Arschkalt" gedreht werden. Klar, das ist vielleicht nicht sonderlich aufregend, aber diejenigen, die etwas mit deutschem Kino anfangen knnen und sich fr dialoglastige und urige Komdien begeistern, sollten der vorliegenden Verffentlichung eine Chance geben. Die Qualitt der DVD ist mehr als solide und das umfangreiche Bonusmaterial, welches von einem Blick hinter die Kulissen, Interviews mit Hauptdarsteller und Regisseur, bis hin zu verpatzte Szenen reicht, kann sich wirklich sehen lassen.
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