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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Ivanhoe
Band FILM
Titel Ivanhoe
Label/Vertrieb Acot Home Elite Entertainment
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Veröffentlichung 2011
Laufzeit 300:00 Minuten
Autor Thorsten Dietrich
Bewertung 9 von 15 Punkten
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Als Kind war ich groer Fan von "Ivanhoe - der schwarze Ritter", eine knallbunte Hollywood Produktion der fnfziger Jahre mit Robert Taylor in der Titelrolle. Heutzutage wei ich natrlich, dass dies alles groer Kse und Kitsch war, aber schn zu schauen!
Deshalb war ich natrlich sehr auf die britische Miniserie "Ivanhoe" von 1998 gespannt, die in unseren Breitengraden anscheinend nie zu sehen war.
Die sechsteilige Reihe besticht optisch durch sehr schickes Klappcoverbooklet mit ausgeschnittenen Schuber, so dass hier schon Ritter- und Mittelalterfeeling aufkommt. Leider sind auer den Episoden keinerlei Extras an Bord. Auch das TV-Bild wurde nicht noch einmal berarbeitet, was man direkt sieht, aber nicht so schlimm wie bei mancher richtig alten Serie.
Schon nach wenigen Minuten Handlung wurde mir klar, dass die Verfilmung werkgetreuer am Buch von Sir Walter Scott aus dem Jahre 1820 ist als beim US-Film von 1952. Das Mittelalter ist weder bunt, noch edel oder besonders schick. Die Mnner sind meist brtig, sehen leicht schmuddelig aus und haben oft lngere Haare (beliebt ist der "Prinz Eisenherz" Schnitt). Selbst beim Knig ist von Glanz und Glamour in der Burg wenig zu sehen. Wilfried von Ivanhoe ist ein Ritter der nach den Kreuzzgen in Palsstina mit Knig Richard Lwenherz in sterreich gefangen gehalten und gefoltert wurde. Danach kam er frei, verraten hat er seinen Knig nie. Daheim gilt er als tot oder als Feigling. Dabei will er nur seine Braut Rowena zurck. Mit seinem Vater hat er rger und Richards Bruder John will den Thron behalten. Intrigen werden gesponnen, der Streit zwischen Normannen und Angelsachsen steht im Mittelpunkt. Der finstere Normanne und Tempelritter Brian de Bois-Guilbert, ein ehemaliger Mitkmpfer Ivanhoes, will die hbsche Rebekka, Tochter des jdischen Geldverleihers Isaak, haben die den verletzten Ivanhoe nach einem gewonnenen Turnier pflegte. Hilfe bekommt Ivanhoe vom schwarzen Ritter der die Normannen bekmpft. Locksley und seine Mannen, uns als Robin Hood bekannter, darf auch noch etwas mitmischen. Sehr langsam kommt die Handlung in die Gnge.
Wer viel Action erwartet, wird enttuscht sein! Es wird viel geredet und intrigiert. Mehrere Mnner werden sang- und klanglos erstochen, man zeigt die Vorurteile gegen Juden, die Verblendung der christlichen Tempelritter (u. a. Christopher Lee) welche Folter, Zwangschristianisierung und Scheiterhaufen fr "Hexen" als normale Dinge ansehen.
Leider ist der Hauptdarsteller Ivanhoe (Steven Waddington) etwas drge und hat oft auer Verzweiflung nichts zu tun, bzw. keine tollen Stze in den Mund gelegt bekommen. Diese Mischung lsst die Figur blass aussehen und man freut sich eher ber die darstellerische Leistung den finsteren Brian des Bois-Gilbert (Ciaran Hinds) als zerrissenen, getriebenen Tempelritter.
Insgesamt war leider auch etwas Leerlauf und Langeweile zu sehen, so dass ich etwas mehr Biss bei der Serie gut gefunden htte. Es muss ja nicht permanente Action sein, aber manches war doch fast wie bei einem Theaterstck aufgezogen, dabei aber sicherlich realistischer und authentischer als die meisten sogenannten Mittelalterfilme. Freunde von Filmen wie "Braveheart" oder "Der Herr der Ringe" Trilogie werden sicherlich das eine oder andere bekannte Gesicht wiedererkennen!
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