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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - The Killer Inside Me (Blu-ray)
Band FILM
Titel The Killer Inside Me (Blu-ray)
Label/Vertrieb Universum Film GmbH
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Veröffentlichung 29.04.2011
Laufzeit 109:00 Minuten
Autor Marco Fertig
Bewertung 9 von 15 Punkten
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Bereits im Jahre 1976 wurde die Noir-Geschichte "The Killer Inside Me", welche Autor Jim Thompson bereits 1952 zu Papier brachte, einmal mit Stacy Keach in der Hauptrolle verfilmt. In der Neuauflage des Films aus dem Jahre 2010 probiert sich nun Michael Winterbottom an dem Stoff, und bringt das Werk unter demselben Titel heraus.
Im Mittelpunkt steht Deputy Lou Ford, der in einer US Kleinstadt der 50er Jahre seinen Dienst tut. Ford ist ein hflicher und netter Zeitgenosse, zumindest fr die ffentlichkeit, denn in ihm schlummert ein gewaltbereiter Sadist. Er betrgt seine Freundin mit einer stadtbekannten Hure, mit der er sich sadomasochistischen Spielchen hingibt. Diese versucht jedoch den lmagnaten des rtchens zu erpressen, und bei der Geldbergabe geht etwas schief. Nun hat Ford ein Problem. Es gibt immer mehr Leichen, und ihm gehen langsam die Alibis aus, whrend man ihm immer mehr auf die Spur zu kommen scheint.
Nun was damals als Noir-Geschichte angesiedelt war, ist in meinen Augen vielmehr der Versuch des Psychogramms eines Sadisten und Killers. Dies ist eigentlich gelungen, da Casey Affleck ("Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford") seine Sache gewohnt gut macht, und dem skrupellosen Killer Lou angemessen Leben einhaucht. Die Gewaltszenen, welche dann teils expliziter eingestreut werden, sind sicher nicht jedermanns Sache, dienen aber dem Zweck, und passen ins Gesamtbild. Sie sind auch nicht allgegenwrtig, sondern werden gezielt eingesetzt, um die Figur des Lou eindringlicher zu gestalten und zu charakterisieren. Die Atmosphre der damaligen Zeit wurde ebenso gelungen eingefangen. An was der Film schlussendlich krankt, ist einerseits sicherlich die zu lange Spielzeit, andererseits auch die nicht vorhandenen Spannungselemente. Im Grunde wei man von vornherein auf was das Ganze herauslaufen wird, und man hangelt sich durch knapp zwei Stunden sehr ruhige Handlung, die dann leider ohne jede Hhepunkte daherkommt. Entweder hat sich Winterbottom darauf verlassen, dass seine Gewaltakte punkten und dem Zuschauer der Rest egal ist, oder er htte bei Kunstfilmen wie seinem "9 Songs" bzw. Dokumentationen ala "Road to Guantanamo" bleiben mssen, um dem Manko der Dramaturgie in Spielfilmen zu entkommen. So ist der Streifen fr mich zwar insgesamt keine Zeitverschwendung gewesen, aber leider nicht Fisch, nicht Fleisch.
Die Blu-ray ist technisch gesehen gut. In den Auenszenen bietet sie einen guten Kontrast und satte Schrfe, leider kann man das bei allen Innenszenen nicht gnzlich behaupten. Hier wirkte mir das Bild etwas zu schwammig, aber noch auf ordentlichem Niveau.
Neben einem Wendecover ohne FSK-Zeichen hat die Scheibe als Extra noch ein knapp dreiigmintiges Behind-The-Scenes an Bord.
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