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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - TRIAGE
Band FILM
Titel TRIAGE
Label/Vertrieb Ascot Elite Home Entertainment
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Veröffentlichung 25.01.2011
Laufzeit 95:00 Minuten
Autor Sebastian Braun
Bewertung 10 von 15 Punkten
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Medizinisch gesehen ist eine TRIAGE, wenn bei einer Gruppe von Verletzten die Auswahl getroffen werden muss, welche Personen behandelt werden und welche als hoffnungslose Flle dem Tod berlassen werden. Mark (Colin Farrell) ist Kriegsfotograf und macht, im Jahre 1988 mit seinem Kollegen und Freund David, Bilder bei kurdischen Rebellen die sich gegen die Angriffe des irakischen Diktators Saddam Hussein wehren. Die beiden Fotografen wollen das Krisengebiet vor einem erwarteten groen Angriff der Iraker verlassen, fahren jedoch mit den Rebellen noch auf eine letzte Patrouille, bei der Sie von irakischen Truppen angegriffen werden. Whrend Mark mit vollem Eifer dabei ist und mit den Rebellen weiterziehen mchte, will David zurck nach Hause, da seine Frau ein Baby erwartet und er keine Risiken eingehen mchte. Mark wird schwer verletzt und kehrt nach einer Genesungsphase im kurdischen Lazarett zurck nach Dublin, wo klar wird, dass David noch nicht zurck ist. Aber Mark zieht sich immer weiter zurck und leidet an einem Posttraumatischen Belastungssyndrom. Er lsst niemanden an sich ran und keiner wei was er erlebt hat. Seine Frau Elena (Paz Vega) beschliet, trotz des schwierigen persnlichem Verhltnis, ihren Grovater Joaqun Morales (Christopher Lee) um Hilfe zu bitten. Dieser ist Psychiater und hat Erfahren im Umgang mit traumatisierten Soldaten. Er versucht Mark dazu zu bringen, sich mit dem Erlebten auseinander zu setzen.
Der Film konzentriert sich voll auf das Leiden und die Vernderung von Mark, der sich nach der Rckkehr zunehmend in sich selbst zurckzieht und das Erlebte verdrngt. Der Kampf, den Mark im Inneren zwischen Verdrngen und Erinnern austrgt, ist von Colin Farrell groartig gespielt. Allerdings bringt es das Thema mit sich, dass es schwierig ist, diese innere Auseinandersetzung bildlich darzustellen. So wirkt der Film leider in manchen Passagen etwas langatmig, da in den Bildern nicht besonders viel passiert. Unter Umstnden htte es geholfen, die Gedanken von Mark im Off zu sprechen, aber vielleicht ist es auch Absicht den Zuschauer im Dunkeln zu lassen, bis am Ende (natrlich) die tragischen Erinnerungen zurck kommen. Die Auseinandersetzungen die Mark mit Elenas Grovater hat, whrend er versucht ihn dazu zu bringen sich den Erinnerungen zu stellen, erzeugen dann aber doch etwas Leben in der Handlung. Diese Spannung zwischen den Szenen, in denen Mark allein mit sich beschftigt ist und den Momenten in denen Joaqun Morales, brigens auch sehr gut von Christoper Lee gespielt, versucht ihn aus der seelischen Versenkung zu befreien erzeugen eine beklemmende Stimmung, der man sich nicht so einfach entziehen kann.
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass der Film durchaus fr einen etwas ernsteren Filmabend taugt, aber leider doch keinen so bleibenden Eindruck hinterlsst, dass man ihn unbedingt gesehen haben muss. Ich persnlich htte mir auch eine etwas moralischere, bzw. politischere Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg gewnscht, dass htte dem Film, meiner Meinung nach, etwas mehr Tiefe verliehen. Fans von Colin Farrell und Cineasten, die sich beim Film gucken auch gerne mal mit ernsteren Themen auseinander setzen, werden an diesem Film jedoch sicher Gefallen finden knnen.
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