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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Die Wanderhure
Band FILM
Titel Die Wanderhure
Label/Vertrieb Universum Film
Homepage www.sat1.de/filme_serien/die-wanderhure/
Veröffentlichung 05.10.2010
Laufzeit 121:00 Minuten
Autor Sebastian Braun
Bewertung 7 von 15 Punkten
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Geil, denke ich mir, bei dem Titel geht es bestimmt um Sex, Drogen und Gewalt. "Die Wanderhure" metzelt einen Haufen Freier und Gespielinnen nieder, wird von der Polizei gejagt, die Kugeln fliegen durchs Bild. Dstere Bilder a la Sin City rauschen durch meinen Kopf. Also rein mit der DVD in den Player, zurcklehnen und auf einen Splatter-Abend freuen.
Etwas irritiert sehe ich dann zu Beginn des Films Alexandra Neldel in einem historischen Gewand durchs Bild hpfen. Ein Blick auf den Promotext bringt dann schnell Klarheit: Bei "Die Wanderhure" handelt es sich nicht, wie erhofft, um ein neues Meisterwerk von Quentin Tarantino, sondern um eine Sat1 Verfilmung des gleichnamigen Romans von Ingrid Klocke und Elmar Wohlrath aus dem Jahr 2004. "Die Wanderhure" ist eher ein historischer Kostmfilm. Es geht um die Geschichte von Marie Schrer die in Konstanz im Jahre 1414 ein glckliches Leben fhrt, bis ihr Vater sie, gegen ihren Willen, mit dem unehelichen Sohn des Grafen von Keilburg verheiraten will. Marie selber ist jedoch heimlich mit einem jungen Mann liiert, der aber nicht ihrem gesellschaftlichen Stand entspricht. Der Kuhhandel mit dem Adligen entpuppt sich jedoch als Intrige. Der verarmte Graf und sein missratener Sohn wollen sich nur das Haus der Tuchmacher-Familie unter den Nagel reien und Marie wird unter dem Vorwand der Unzucht gefangen genommen, Nachts im Kerker vergewaltigt und ihr Vater wird erstochen. In dem folgenden Schauprozess wird sie schuldig gesprochen und nach der verordneten Folter aus Konstanz verbannt und ertrinkt vermeintlich whrend sie auerhalb der Konstanzer Stadtgrenzen gebracht wird. Die Wanderhure Hiltrud findet Marie schwer verletzt und nach der Genesung zieht Sie mit ihr durch die Lande um sich als Wanderhure zu verdingen. Sie plant dabei jedoch ihren Rachefeldzug gegen die Herren, die ihr vorheriges Leben zerstrt haben und ihr die Ehre genommen haben. Somit hat die Story alles was fr eine solches Format von Nten ist: Eine unglckliche Liebe und ein Verbrechen, welches gercht werden muss.
An sich bin ich positiv berrascht, da sich der Film trotz dieser Vorzeichen nicht ganz in Klischees verliert, sondern an sich ganz nette Unterhaltung bietet. Streckenweie ist die Story etwas flach und vorhersehbar. Auch die schauspielerische Leistung und die Atmosphre lassen etwas zu wnschen brig, allerdings htte es auch schlimmer kommen knnen. Es gibt sicher schlechtere TV-Produktionen und grere Zeitverschwendungen. Ob das allerdings reicht, um den geneigten Metalhead hinter dem Ofen hervorzulocken? Wer also keine Idee mehr hat, was er noch gucken soll, kann mal einen Blick riskieren. Auch Mittelalterfans die auf historische Verfilmungen stehen knnen einen Blick riskieren. Alle Anderen werden die Erfahrung, diesen Film gesehen zu haben, sicher nicht vermissen.
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