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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Shank
Band FILM
Titel Shank
Label/Vertrieb Ascot Elite Home Entertainment
Homepage www.shankthefilm.com
Veröffentlichung 16.11.2010
Laufzeit 91:00 Minuten
Autor Marc Schallmaier
Bewertung 6 von 15 Punkten
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London in nicht allzu ferner Zukunft. Den Sozialstaat gibt es nicht mehr, und die Reichen und Wohlhabenden haben sich in ihren Stadtvierteln verschanzt. In den Ghettos haben sich Banden von skrupellosen und gewaltttigen Jugendlichen breit gemacht. Anfhrer Rager und seine Gang, die Paper Chaserz, wollen sich einen Transporter mit Lebensmitteln aneignen, da sie sich im Gegensatz zu anderen Gangs nicht mit Waffen befassen und jeglichen Konfrontationen aus dem Weg gehen. Dies wird ihnen aber zum Verhngnis, denn beim bergriff auf den Laster werden sie von einer anderen Bande attackiert und Rager kaltbltig ermordet. Sein jngerer Bruder Junior schwrt blutige Rache und so verbnden sich die Paper Chaserz mit der Mdchen Gang Slaughter Gurlz, um den Mrder zur Strecke zu bringen.
Diese 08/15 Rache Geschichte wurde schon tausendfach als Grundlage fr einen Action Film genommen. Manchmal funktioniert dies, manchmal nicht, und leider haben wir es bei "Shank" mit der zweiten Variante zu tun. Dies ist das Film Debut von Regisseur Mo Ali, er hat sich vorher auf Musikvideos konzentriert, was man dem Film auch direkt anmerkt. Der Streifen startet sofort mit schnellen Schnitten und einer passenden Musikuntermalung, so dass man nicht lange mit einer Vorgeschichte aufgehalten wird, sondern als Zuschauer ist man unmittelbar mitten im Geschehen. Viele Stilmittel wurde eingebaut, die man ebenfalls aus Musikvideos kennt, so werden zum Beispiel Einstellungen in Comic- oder Videospiel Format weitergefhrt. Ebenso wie die Story ist aber auch dass nicht wirklich neu. Die Schauspieler sind hierzulande eher unbekannt, was aber nicht wirklich schlimm ist. Denn die Damen und Herren Schausteller verkrpern jedes dumme Klischee, was es heutzutage gibt. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Anstatt das Drehbuch zu strken, den Charakteren Tiefe zu verleihen und die Geschichte mit richtiger Sozialkritik zu garnieren wird bei "Shank" nur Wert auf die Optik, jugendliche Voll Proleten, coole Tanz Szenen und ein paar wenige Action Sequenzen gelegt. berhaupt sind die Dialoge wirklich unterste Schublade, jeder Ansatz von serisen Gedanken oder ernsteren Themen wird mit einer Coolness kaputt geschlagen, dass man anfnglich noch schmunzeln, sptestens aber nach 45 Minuten nur noch den Kopf schtteln kann.
Was bleibt ist ein bunter Bilder Cocktail fr das Bravo oder MTV Publikum, das man in Sachen Gehirnaktivitten ja eh nicht zur schnellen Truppe zhlen kann. Damit es hier nicht zum totalen Verriss kommt, sollte ich vielleicht noch anmerken, dass ansonsten die Filmcrew ihr Handwerk verstanden hat, der Streifen also sauber produziert wurde. Selbst eine wackelige Handkamera kann da voll berzeugen, und auch die HipHop Untermalung hat mich nicht gro gestrt.
Wer mir jetzt entgegnet, dass es hier doch um "authentische" Figuren geht und die Geschichte in gewisser Weise "realittsnah" ist, dem kann ich nur wrmstens den Film "Hass-La Haine" aus Frankreich empfehlen. Dieser ist von 1995 und bei weitem aktueller, seriser und realistischer als es "Shank" je sein wird.
Die DVD kann man als "Two Disc Extreme Edition" im netten Pappschuber erwerben. Dieser Pappschuber wurde aber leider nicht bis zu Ende durchgedacht, denn was ntzt mir ein Wendecover in der Amaray Verpackung, wenn auf dem Pappschuber einem das FSK Siegel anlchelt, dass man eben nicht galant verschwinden lassen kann ?
Auf der zweiten DVD befinden sich dann die Extras wie zum Beispiel ein Making of, Interviews und Outtakes. Bei nherer Betrachtung entpuppen sich diese allerdings als brotlose Kunst, da sie entweder den Film in den Himmel loben oder relativ sinnlos sind. Welchen Informationswert haben solche Extras, in denen sich die Darsteller ber die Crew beschweren, da diese angeblich immer nur am Essen sind ?
Sehr schade, denn als ich vor einigen Wochen im Internet ber den Trailer gestolpert war, wurde bei mir ein gesundes Interesse an "Shank" erweckt, dass sich nach dem Genuss des Films leider in Luft aufgelst hat. Hoffen wir, dass dies einer der wenigen filmischen Ausrutscher aus England in jngster Vergangenheit war.
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