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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - So weit die Füße tragen - Standard Edition
Band FILM
Titel So weit die Füße tragen - Standard Edition
Label/Vertrieb Ascot Elite Home Entertainment
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Veröffentlichung 22.10.2010
Laufzeit 40:00 Minuten
Autor Thorsten Dietrich
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Der erste Mehrteiler der deutschen TV-Geschichte "So weit die Füße tragen" ist von 1959 und nach einem berühmten Buch entstanden. In sechs Episoden von ungefähr einer Stunde Länge erzählt die Serie die Geschichte des deutschen Oberleutnants Clemens Forell der nach dem zweiten Weltkrieg mit paar Tausend anderen deutschen Gefangenen zu 25 Jahre Zwangsarbeit in einem sibirischen Bergwerk verurteilt wurde. Das kommt einem Todesurteil gleich. Der Film beginnt mit einer Zugfahrt, tranportiert wie Vieh dorthin. Von 3000 Männern überleben 1200 den unglaublich weiten Weg durch Eis und Schnee. Die meisten erfrieren und / oder verhungern. Forell hat einen unglaublichen Überlebenswillen und möchte zurück zu Frau und Kindern. Das Leben im Bergwerk ist mörderisch, man schläft im Stollen und wer krank wird kann sich wenn er Glück hat in Baracken der Krankenstation auskurieren. Aufgrund fehlender Medikamente sterben auch dort viele Menschen. Mit Hilfe eines deutschen Arztes welcher erst selber fliehen wollte, schafft es Forell nach mehreren missglückten Versuchen zu entfliehen und merkt wie beschwerlich die Flucht durch Eis und Schnee ist und wie langsam er voran kommt. Er muss Hilfe annehmen von Ureinwohnern der Steppe, Hundezüchtern, Jägern und Feinden der Russen. Nicht alle Menschen sind ihm so wohl gesonnen wie er denkt. Es wird Jahre dauern bis er es nach Hause schafft.
Auch wenn Action und Machart sicherlich altbacken wirken, der Film von dem man nicht sicher weiß ob er wahr ist, fesselt. Viele Szenen und Landschaftsbilder sind von anderen Aufnahmen hinein geschnitten worden und haben nicht die Qualität der im Bild und Ton überarbeiteten Serie, was daran liegt, dass sie damals schon schlechter vom der Qualität waren. Auch sind viele Orte der Handlung im Studio gedreht worden, was der Zuschauer zwar merkt, aber aufgrund des Schwarz-weiß und guter Kulissen nicht so schlimm ist. Der ehemalige "Traumschiff" Kapitän und Soldat Heinz Weiß war aber eine gute Besetzung für die Titelrolle Der sparsame Umgang mit Filmmusik ist gerade im ersten Drittel der Geschichte bemerkenswert, da wir solche Ruhe heutzutage nicht mehr gewohnt sind. Sicherlich ist der Realismus hier recht klein und die Brutalität wie so oft in diesen alten Filmen geschönt. Ein Mann der wochenlang durch Eis und Schnee läuft, hat keine nette Frisur und einen kurzen Vollbart, auch wenn er zwischendrin mal die Haare geschnitten bekommt. Das ist nur ein Beispiel, was man aber im Kopf ausblenden kann. Süße Hunde aber als Wölfe zu verkaufen die den Helden der Geschichte angreifen war aber sicherlich auch für damalige Zeit mehr als frech und wirkt lächerlich, dann besser die Tiere als streunende Hunde bezeichnen und gut ist es.
Die einzige wirkliche und große Enttäuschung war für mich jedoch das abrupte, nichtssagende Ende und das Fehlen jeglicher Hintergrundinfos über den realen Flüchtling. Hier muss man wohl die Edition mit vier DVDs kaufen, von der ich keine Informationen habe. Die mir vorliegende Version ist jedoch um einige Euro günstiger zu haben.
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