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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FILM - Harry Brown (Blu-ray)
Band FILM
Titel Harry Brown (Blu-ray)
Label/Vertrieb Ascot Elite Home Entertainment
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Veröffentlichung 21.10.2010
Laufzeit 97:00 Minuten
Autor Thorsten Dietrich
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Selbstjustiz-Filme waren in den Siebzigern und Achtzigern schwer im Rennen, was die "Ein Mann sieht rot" Reihe mit Charles Bronson und auch Kriegs- und Actionfilme mit Chuck Norris und Konsorten locker beweisen. Der britische Film "Harry Brown" mit dem wunderbaren Sir Michael Caine ist oberflchlich betrachtet auch so eine Art Streifen, der sicherlich diskussionswrdig, aber aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten ist. Harry Brown ist ein Mann jenseits der 60 und Rentner, er war frher bei den Royal Marines, seine Frau liegt todkrank im Krankenhaus, sein einziger Freund ist ein anderer Rentner mit dem er z.B. mal im Pub nebenan Schach spielt. Brown lebt in einem tristen Viertel in dem Kriminalitt und Gewalt an der Tagesordnung stehen. Als sein Kumpel durchdreht und die ihn schon lange schikanierenden, kriminellen Jugendlichen mit einem Messer in der Hand zur Rede stellt wird er von den Teenies verprgelt und mit seinem eigenen Messer erstochen. Dann uriniert das Gesocks noch auf ihn und die Polizei kann die schweigenden Teens nicht berfhren. Hierbei kommt es zu einer sehr unglaubwrdigen Szene als sich eine Polizistin und ein Polizist bei einem Verhr bel beschimpfen lassen, was nach deutschem Gesetz und sicherlich auch nach englischem, unter saftiger Geldstrafe bzw. Gefngnis steht. Deshalb finde ich diese Szene sehr unrealistisch! Brown hat nun nichts mehr auf der Welt und will handeln. Ohne groe Reden zu schwingen oder dem Zuschauer etwas zu erklren, kauft er bei einem Drogendealer eine Waffe und dezimiert sofort den Abschaum. Leider kommen ihm aber sein Alter und die Hintermnner in die Quere.
Brown hat keinen Menschen mehr der ihm etwas bedeutet, die Polizei ist machtlos, die wirtschaftliche Situation trostlos, vieles erinnert an Endzeitfilme, triste Wohnungen, dreckige, dunkle Straen, das ist England! hnlich wie bei "Hautnah - Die Methode Hill" ist hier nichts mehr schick oder vornehm, geschweige denn mit guten Manieren behaftet. Brown bleibt keine Wahl und der Film zeigt, dass einer der nicht wegsieht auch etwas bewirken kann, sicherlich muss man dafr nicht tten, aber wenigstens sich wehren und zusammen halten. Das ist in der heutigen Gesellschaft leider nicht der Fall. Gewalt wird hier nicht glorifiziert oder zum Selbstzweck vorgefhrt, sie wird als realistische Konstante der Gesellschaft gezeigt und das schreckt ab. Der Film ist sicherlich kontrovers, bedrckend und ldt zu Diskussionen ein, doch gut gemacht und mit ordentlichen Extras ausgestattet. Mein Tipp: Anschauen!
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