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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

NAGLFAR - Teras
Band NAGLFAR
Albumtitel Teras
Label/Vertrieb Century Media
Homepage www.naglfar.net/
Verffentlichung 26.03.2012
Laufzeit 44:33 Minuten
Autor Stephan Mertens
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Von NAGLFAR hat man in den letzten fnf Jahren wenig gehrt. Nach dem wirklich ordentlichen Album "Harvest" hatte ich eine krzere Wartezeit bis zum Nachfolger erwartet. Aber wie Wein, muss manchmal auch Liedgut reifen. Nachdem Mattias Grahn und Morgan Lie die Band letztes Jahr verlieen, prsentieren sich die schwedischen Schwarzmetaller, auf ihrer neuen Verffentlichung, als Trio. Mit der Untersttzung von Dirk Verbeuren (SOILWORK), als Gast hinter dem Schlagzeug, hat man einen ebenbrtigen Ersatzmann gefunden. Gitarrist Marcus E. Norman ist nun auch zustzlich fr Bass und Keyboards zustndig.

Der Sound von "Teras" setzt genau dort an, wo die Kapelle auf "Harvest" aufgehrt hat. Zunehmend lockern langsamere und auch relativ melodische Passagen den frher typischen Sound auf. Da mag schon manch einer "Kommerz" schreien, doch gerade die Stcke im mittleren Tempo verschaffen NAGLFAR immer mehr Eigenstndigkeit. Zudem gehen ein paar Nummern richtig gut ins Ohr. Auf jeden Fall muss das vierte Lied, "The Monolith", erwhnt werden. Hier geht es ungewohnt doomig und dster zur Sache. Der Orgelsound im Hintergrund und die wirklich bse Stimme von Kristoffer Olivius tragen zur gelungenen, bsen Stimmung bei. Mit der Hymne "Bring Out The Dead" drfte die Band jeden, der auch nur im Ansatz etwas mit Heavy Metal anfangen kann, begeistern knnen. Hier passt von den Riffs, ber den epischen Gesang bis zum eingngigen Refrain einfach alles. Es dauert ja auch nicht lange, bis mit dem darauf folgenden "Come Perdition" ein deutlich schnelleres Hlleninferno entfesselt wird, welches am ehesten an die lteren Scheiben "Sheol" oder "Pariah" erinnert. "Invoc(H)ate" setzt da noch einen drauf und glnzt durch Hochgeschwindigkeitsschlagzeug und hymnische Gitarrenlufe. Dazu gesellt sich die morbide Stimmung, die viele Stcke in der Geschichte von NAGLFAR ausgemacht hat. Sptestens auf dem Rausschmeier "The Dying Flame Of Existence" wird noch einmal deutlich gemacht, wo die Wurzeln liegen. Hier ist epischer, symphonischer Black Metal angesagt, der irgendwo zwischen dem Bombast von DIMMU BORGIR und den klassischen Anfngen der norwegischen Spielart liegt. Das ganze wird in einem verhltnismig sauberen, aber unheimlich druckvollen Klang prsentiert. Der grte Pluspunkt gegenber der Konkurrenz ist der bewusst niedrig gehaltene Einsatz von Keyboards, denn viel von der Atmosphre wird durch dichte Gitarrenwnde erzeugt.

Ich denke mal, die alteingesessenen Puristen werden die Schweden mit "Teras" nicht erreichen knnen, aber wer gegenber Melodien und klassischen Heavy Metal-Elemente keine Vorurteile hat, sollte sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Fr mich besttigen NAGLFAR mit dem sechsten Album, ihre Stellung als Bindeglied zwischen Kommerz und Schwarzware der alten Schule hervorragend. Mir persnlich gefallen die schnelleren Scheiben zwar noch etwas besser, aber in Sachen Abwechslung und Songwriting ist das aktuelle Material absolut hrenswert und kann nur empfohlen werden. Fans der Band brauchen gar nicht lange berlegen und knnen blind zugreifen.
   
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