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Okay, schweren Herzens verkneife ich mir Witze über Vögel mit langen Beinen und rotem Schnabel und komme gleich zur Sache: STURCH, beheimatet irgendwo in den endlosen Weiten der Lüneburger Heide haben mit "Long Way from Nowhere" ihren dritten Tonträger an den Start gebracht und sind hierauf ziemlich stolz. Und das nicht zu Unrecht, wie ich einigermaßen angetan feststellen darf.
Der kreative Kopf, Songwriter und STURCH-Sänger Dennis Wendig erklärt, dass mit dem Albumtitel die endgültige Ankunft im räumlich-zeitlichen Jetzt signalisiert wird. Aus dem Nichts, möglicherweise einem niedersächsischen Vogelschutzgebiet, kommend haben STURCH sich einen Ruf als erdig-hart-herzliche Liveband erarbeitet und sich hierbei auch durch mehrmalige Umbesetzungen an den Instrumenten nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil: Rückschläge jeglicher Art wurden als Geschichten des Lebens aufgefasst, als Lektionen angenommen und zu Songs verarbeitet. Und so laden STURCH mit viel Liebe zum Detail zur Reise ein: ganz gleich ob akustisch abgerechnet wird ("Love To Denial"), eine Therapiesitzung recht heftig ausfällt ("Please Call Emergency") oder ob wie bei "Run And Hide" der Geduldsfaden reißt und und man sich als Angesprochene(r) besser vom Acker macht. Unter 15 Songs findet sich ein einziger Coversong, U2s "Beautiful Day"- eine Nummer, die ich persönlich im Original bereits nicht besonders mag und hier trotz sehr eigenwilliger, vom Original angenehm entfernter Interpretation nicht maßgeblich zum Hörspaß beiträgt.
Tja, wer's nicht richtig heftig, dafür aber ganz herzlich mag, Emotion und Offenheit in der Musik schätzt und einer aufstrebenden Band aus diesem Lande einen Gefallen tun mag, schaut sich STURCH mal live an und holt sich ihre Platte(n). Auf Seiten der harten Headbangerfraktion werden STURCH auch mit ihrem neuesten Werk vermutlich nur unwesentlich punkten. |
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