Navigation
                
19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

FLYING COLORS - Flying Colors
Band FLYING COLORS
Albumtitel Flying Colors
Label/Vertrieb Mascot Label Group / Rough Trade
Homepage flyingcolorsmusic.com/
Verffentlichung 23.03.2012
Laufzeit 59:41 Minuten
Autor Alexander Meyer
Bewertung 10 von 15 Punkten
>> Als E-Mail versenden
Was passiert, wenn man gestandene Weltklasse-Musiker zusammenwrfelt, wissen wir sptestens seit Chicken Foot und Transatlantic. Zwei hyperaktive Zeitgenossen aus letzterer Formation, nmlich Neal Morse und Mike Portnoy, haben anscheinend immer noch Langeweile - obgleich Morse zuletzt hartnckig mit seiner alten Liebe Spock`s Beard in Verbindung gebracht wird und Portnoy, nach seinem unrhmlich Abschied von Traumtheater, mit Adrenaline Mob ein weiteres Projekt am Start hat. Zu den beiden gesellt sich Purple-Klampfer Steve Morse (weder verwandt noch verschwgert mit Neal), der gleich noch seinen langjhrigen Weggefhrten Dave LaRue am Bass mitbringt. Auch wenn man mit Neal Morse bereits einen begnadeten Snger in seinen Reihen hat, sucht man eine eher massenkompatible Stimme und findet diese in der Person von Casey McPherson, der sich mit seiner Band Alpha Rev in den USA schon in den Top 5 der Billboard Charts platzieren konnte. Und genau da liegt mein Hauptkritikpunkt an Flying Colors. Es handelt sich dabei um keine wirkliche Band, sondern um ein am Reibrett entstandenes Projekt, dem mit Peter Collins auch noch der passende Erfolgsproduzent verordnet wurde.

Natrlich ist solch eine Allstartruppe problemlos fhig ein gutklassiges Album zu komponieren, auch wenn beispielsweise Steve Morse in der Entstehungsphase die meiste Zeit mit Deep Purple auf Tour war und die meisten Gitarrentracks in wechselnden Hotelzimmern aufnahm. Der erste gemeinsam geschriebene Song "Kayla" ist in der Tat bezaubernd, der Opener "Blue Ocean" ist ebenfalls sehr gelungen und das finale "Infinite Fire", mit seinen zwlf Minuten Spielzeit, ein wahres Feuerwerk. Dazwischen befinden sich jedoch auch Tracks, die sich teilweise so sehr an den Mainstream anbiedern, dass mir speibel wird. Exemplarisch seien nur der Beatles-Ripoff "Love Is What I`m Waiting For" und das schnulzige "Better Than Walking Away" genannt. Die Tatsache, dass McPherson phasenweise bedenklich an Matthew Bellamy von Muse erinnert, stellt fr mich einen weiteren Versuch dar, auf Teufel komm raus kommerziellen Erfolg zu haben. Ich frage mich, ob diese Herren, die in ihren langen Karrieren schon fast alles erreicht haben, das wirklich ntig haben. Und live wird man diese Formation mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nie zu Gesicht bekommen. Was bleibt, ist ein fraglos gutes Album, mit einem etwas faden Beigeschmack. Ob man dies mit seinem hart verdienten Geld untersttzen mchte, muss jeder fr sich entscheiden.
   
<< vorheriges Review
ALIAS EYE - In-Between
nchstes Review >>
DEEEXPUS - King Of Number 33


 Weitere Artikel mit/ber FLYING COLORS:

Zufällige Reviews