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"Och nee, nicht schon wieder!" denke ich mir bei dem ersten Blick ins Bandinfo. SHEAR, eine neue Female Fronted Metal Band aus Finnland. Na gut, wohl wieder eine Band, die versucht, sich im Umfeld dieser anderen, namenhaften finnischen Band mit Frauengesang, deren Namen ich schon gar nicht mehr nennen möchte, zu platzieren. Also gut, hilft ja alles nix. Noch schnell ein Bier aufmachen, damit das ganze erträglicher wird und meinen Chefredakteur verfluchen, dass er ausgerechnet mir das Teil aufs Auge gedrückt hat. Professionalität zeigen, drei, viermal anhören, Review schreiben, fertig. Also gut, los geht's. Play drücken und Luft anhalten. Oha! Die Musik ist ziemlich gut. Sehr gut, um genau zu sein. Nicht dieser mit Bombast zugekleisterte Kitschmetal, den ich erwartet habe. Na, jetzt müsste auch so langsam mal die Sängerin loslegen. Das tut sie auch. Und wie! Ich bin beeindruckt. Die Frau kann singen. Ja, ich meine singen, nicht engelsgleich rumflöten oder operettenhaft jaulen. Dass ich das noch erleben darf - eine Sängerin, die so singt, wie sich das für eine Heavy Metal Band gehört: rau, druckvoll, dreckig, ausdrucksstark und trotz allem melodiös und gefühlvoll - eine Mischung aus Sandra Nasic (GUANO APES) und Jody Turner (ROCK GODDESS). Aber der Gesang ist ja nicht alles - was hat den die Musik so zu bieten? SHEAR haben sich modernem, aber dennoch zeitlosen Heavy Metal typisch skandinavischer Prägung mit leicht progressivem Einschlag verschrieben - mit einer beeindruckenden Perfektion. Und SHEAR fegen so nebenbei alles vom Tisch, was ich in letzter Zeit so gehört habe. Ehrlich, ich kann mich nicht daran erinnern, wann mir das letzte Mal bei einem Debutalbum so dermaßen die Kinnlade runtergeklappt ist - "Breaking The Stillness" ist ein fast schon beängstigend gutes Album, und wenn in diesem Musikbusiness mal endlich alles mit rechten Dingen zugeht, dann müssten SHEAR groß, riesengroß werden. Anspieltips? Angesehen vom ganzen Album? Na gut: das NEVERMORE-mässige "Redemption Awaits", der Hit "Wounded" (wann das kein Hit wird, verliere ich mein letztes bisschen Vertrauen in den Geschmack des breiten Publikums), der flotte Opener "The Awakening" und der alsolute Überflieger "Scorched". Leute, holt euch dieses Album; ihr werdet es nicht bereuen. |
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