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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

THE STEVE MILLER BAND - Let Your Hair Down
Band THE STEVE MILLER BAND
Albumtitel Let Your Hair Down
Label/Vertrieb Roadrunner Records
Homepage www.stevemillerband.com/
Verffentlichung 19.04.2011
Laufzeit 41:22 Minuten
Autor Christian Schfer
Bewertung 5 von 15 Punkten
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Steve Miller hat's schon wieder getan. Eine Bluesrockplatte verffentlicht, meine ich. Nach "Bingo!", dem Album, das von der US-amerikanischen Blues Foundation als "Blues Rock Album Of The Year 2010" nominiert wurde,legt Mr. Miller heuer eine Schippe nach. Die Versuchung ist sicher gro, auch wenn mir die genannte Nominierung eher mit dem groen Namen des Mannes als mit nennenswerter musikalischer Kreativitt begrndbar erscheint. Denn, sind wir mal ehrlich: Bluesrock ist nicht gerade ein Genre, das fr Innovation und Einfallsreichtum steht. Eher ist das Gegenteil der Fall, es wird bewusst auf Tradition gesetzt. Dennoch gab und gibt es immer wieder tolle Knstler wie Ainsley Lister, Walter Trout, Stevie Ray Vaughan oder Kenny Wayne Shepherd, die dieser Musik einen gnzlich eigenen Stempel aufdrcken konnten.Whrend ich "Bingo!" aus Grnden der Nostalgie noch irgendwie nett fand, finde ich "Let Your Hair Down" reichlich dreist. Einerseits, weil mir das neue Album wie eine Sammlung von Outtakes aus den Sessions fr das letzte vorkommt und andererseits, weil ich es fr ein Unding halte, wenn ein Knstler sich innerhalb eines Jahres so plump selbst kopiert. Fade 12-taktige Midtempo-Coversongs, immer gleich mit sehr tiefem Bass und den gleichen Mundharmonikapatterns arrangiert, dazu das weitgehend gleich Gitarrenpicking- ganz schwach, was soll das? Nur die Songs "Pretty Thing", mit herrlich hpfendem Bo-Diddley-Beat und der flotte Rocker "The Walk" heben sich hier positiv ab.

Sorry, lieber Herr Miller, aber das war nix. Also, gar nix! Mit der Verffentlichung solcher Platten machen Sie Ihren eigenen guten Ruf unntig kaputt, lassen Sie vllig unntig Federn. Oder eben Haare. Hier wird die Selbsteinschtzung als "Joker" (Damals, 1973, eine tolle Single!) auf eine bittere Art besttigt: ein trauriger, langweiliger Scherzkeks. Punkte gibt's fr die erwhnten Songs sowie das mir im Zusammenhang fragwrdige, aber irgendwie doch auffllige Artwork von PINK FLOYDs Coverknstler Storm Thorgerson.
Allen Fans wird hiermit geraten, lieber die alten Steve-Miller-Scheiben anzuhren und sich an seinem einfachen und doch sehr schnen Songwriting und netten Texten zu erfreuen. Und den ungelenken Versuch Mr. Millers, neuerdings als Rocker zu punkten, geflissentlich zu ignorieren.
   
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