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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

CAVALERA CONSPIRACY - Blunt Force Trauma
Band CAVALERA CONSPIRACY
Albumtitel Blunt Force Trauma
Label/Vertrieb Roadrunner Records
Homepage www.cavaleraconspiracy.com
Verffentlichung 25.03.2011
Laufzeit 34:35 Minuten
Autor Christian Schfer
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Man muss ehrlich sein: Nach CAVALERA CONSPIRACYs erstem Album "Inflikted" dachte ich, dass es sich hierbei um eine einmalige Sache handelt. Einerseits, weil die Brder Cavalera mit ihren Bands SOULFLY und -damals noch- SEPULTURA ausreichende Beschftigung hatten, andererseits, weil ich dieses Debt fr das so ziemlich schwchste Werk aus der Feder des von mir sonst hchst verehrten Max Cavalera hielt und halte. Thrashmetal, der zwar von fern an glorreiche "Beneath The Remains"- und "Arise"-Tage erinnerte, mit deren Dynamik und Durchschlagkraft allerdings nur wenig gemein hatte. Unntig verkompliziert durch Marc Rizzos unsgliche Gitarrenwichseinlagen - nee, da habe ich nicht nur nicht erwartet, dass es kein zweites Album in dieser Besetzung gibt. Ich hab's auch ganz leise gehofft.

Tja, und dann kommt "Blunt Force Trauma" und belehrt mich eines wesentlich Besseren! Weit entfernt vom songwriterisch eindimensionalen Vorgnger setzen CAVALERA CONSPIRACY diesmal -in berschaubarem Rahmen- auf Abwechslung. So gibt's mit "Killing Inside" einen lupenreinen Industrialmetalsong, der stark an "Moving Beyond" von DIE KRUPPS erinnert. Bei "Genghis Khan" und "Rasputin" (brigens keine Coverversion des gleichnamigen BONEY M-Klassikers; eher von der Bartracht des CC-Bassisten Johnny Chow inspiriert) wird der Hrer mit supergeilen Midtemporefrains berrascht, und mit "Burn Waco" hauen CAVALERA CONSPIRACY uns ein Hasspaket um die Ohren, das den Kollegen von SLAYER zu Ruhm und Ehre gereicht htte! Zwar darf Herr Rizzo sich auch auf "Blunt Force Trauma" wieder die Flossen fusselig fuddeln, allerdings tut er's diesmal in eher songdienlicher Weise, was der Hrbarkeit des Albums sehr zugute kommt. Erinnerungen an die 1990er Jahre, als die Cavalera-Brder bei ihrer damals noch gemeinsamen Band SEPULTURA Thrashgeschichte schrieben, werden bei "Warlord", "Lynch Mob" und "Target" wach. Inwieweit hier aktuelle Nachrichten aus z.B. dem Nahen Osten oder Nordafrika thematisiert werden, kann ich nur spekulieren; allerdings knnte ich es nur zu gut verstehen, wenn die dortigen Ereignisse in einem musikalischen "Blunt Force Trauma" Ausdruck fnden. CAVALERA CONSPIRACY als Soundtrack zur Tagesschau? Wre sicher einen Versuch wert.

Was mir bei diesem Album nicht gefllt ist der stellenweise zu anorganische Trommelsound von Iggor Cavalera. So klingt z.B. "Thrasher" ganz massiv nach getriggerter Schiebude, und sowas hat dieser Mann bestimmt nicht ntig. Da wre bei Produzent Logan Mader etwas mehr Auge bzw. Ohr fr's Detail wnschenswert gewesen. Die knapp bemessene Spielzeit von etwas ber einer halben Stunde bte eventuell Anlass zur Kritik, ist hinsichtlich der Hrte und der Geschwindigkeit mit der hier vorgegangen wird allerdings durchaus angenehm. Grundstzlich gilt: CAVALERA CONSPIRACY schwingen anno 2011 dermaen die Thrash- bzw.Hardcorekeule dass smtliche Neo- und Nachwuchsthrasher der letzten Jahre sich hier eine ganz dicke Scheibe abschneiden knnen! Tolles Album, groer Spafaktor und im Juni/Juli live in D! Nicht verpassen!
   
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