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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE - Kaputte nackte Affen
Band JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE
Albumtitel Kaputte nackte Affen
Label/Vertrieb unundeux
Homepage www.japanischekampfhoerspiele.de
Alternative URL www.myspace.com/jaka
Veröffentlichung 28.01.2011
Laufzeit 42:44 Minuten
Autor David Lang
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Wenns am Schönsten ist soll man aufhören. Das hätten manche Bands besser schon vor Jahren beherzigt. Japanische Kampfhörspiele, die etwas andere Grindband aus Krefeld ist da konsequenter. Der verrückte Haufen hat seit jeher sein Ding konsequent durchgezogen. So hat man beispielsweise nach beachtlichen Erfolgen im Underground sein Schicksal selbst in die Hand genommen und kurzerhand mit unundeux sein eigenes Label gegründet. Die schräge Mixtur aus sozialkritischen und dennoch (meist) humoristischen Texten und abwechslungsreichem Grind mit kleinem Hitfaktor machte die Band einzigartig. Moment, machte? Japp, was ich bereits zu Beginn andeutete ist wahr geworden. Ende 2010 verkündete man kurzerhand die Auflösung der Band und schon Ende Januar 2011 fand das Abschiedskonzert statt. Frontkreischer Bony hat die Beweggründe im Internet auf Jaka-Art kurz und knapp zusammengefasst.
Mit "Kaputte nackte Affen" gibt es nun das offizielle "Deunion Album", auf dem sich das Sextett ein letztes mal anschickt, metallastigen (Pop-)Grind mit intelligenten Texten und dubiosen Songtiteln ins Rennen zu schicken. Wie schon auf dem Vorgänger "Bilder fressen Strom" geschieht dies wie selbstverständlich; 13 Jahre gemeinsames Musizieren haben natürlich auch im souveränen Musizieren ihre Spuren hinterlassen. Auffällig sind die vielen instrumentalen Passagen, Text gibt es nur wenn sie nötig sind. Wenn alles gesagt ist, wird halt die Klappe gehalten. Wer jetzt glaubt, dass die restliche Spielzeit behelfsweise mit Füllmaterial gestopft wurde, sieht sich getäuscht. Das stark rhythmusorientierte Material gehört mit zum Besten, was die Band je produziert hat; jederzeit mitreißend und absolut bangkompatibel. Ein Ausstand mit Schmackes.
Sollten die Krachmaten so konsequent bleiben, wie sie es mit ihrer Band immer waren, dürfte uns aller Wahrscheinlichkeit nach keine Reunion ins Haus stehen, und das wo ich in der Tat drauf und dran war, Hardcore-Fan zu werden. Ladies and gentlemen, fort he last time, Japanische Kampfhörspiele have left the building! (Kurz bevor das hier online gehen sollte entdeckte ich noch zwei interessante Infos: Zum einen hat ein gewisser Bert (wohnhaft in der Sesamstraße) der Band wohl rechtlichen Ärger beschert, zum anderen wurden ursprünglich wohl nur 1000 Exemplare des Albums gepresst, was offensichtlich jetzt schon zu wenig war. Jungens, ich gönn es euch... den Erfolg, nicht die gelbe Rübennase)
   
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