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Ach du Scheiße! Das war mein erster Gedanke, als ich das Coverartwork dieser Scheibe zum ersten Mal sah. Was mag sich wohl hinter diesem chaostisch bunten, hollywoodmäßigen Werk von Dan Brereton verbergen? Ich rechnete mit einer übertrieben evil, coolen, kranken, abgefahrenen oder sonst was Kapelle. Aber hinter dieser Fassade eine einfach coole Rock 'n' Roll Scheibe mit kräftigem Metaleinschlag zu finden, damit hatte ich wohl am allerwenigsten gerechnet.
Hierzu nehme man eine gute Portion Ozzy Ozbourne / Black Sabbath, gebe ein wenig The Cult und eine Prise Rotz-Rock dazu. Anschließend verrühre man dies unter Zugabe echter Spielfreude und jeder Menge Ohrwurm-Melodien und lasse das Ganze extrem relaxt ein dreiviertel Stündchen lang kochen. Zu guter Letzt noch einen Schuß 70er-Flair und die Fireball Ministry-Geheimzutat dazu. Fertig ist ein lecker Scheibchen.
Nach einem bombastisch epischen Intro mit Pauken startet man mit simpel treibenden Drums und einem coolen Riff direkt in einen Midtempostampfer erster Güte. Gleich zwei weitere positive Überraschungen hielt das erste Stück für mich bereit: erstens eine nach diesem Einstieg unerwartete Stimme, die aber trotzdem sofort ins Bild passt. Und zweitens die Tatsache, dass man sich doch tatsächlich auf gute alte Solos einlässt, die super in den Song passen (trifft übrigens auf die ganze Scheibe zu) und nicht nur zeigen, wie ach so toll und schnell jemand spielen kann. Weitere Highlights bilden für mich neben dem oben genannten Opener das langsamere, aber mitreißende "Daughter of the damned" sowie die letzten drei Songs (den Bonustrack nicht mitgezählt) der Scheibe. Da hätten wir das flottere "Rollin' on", das echtes Highwayflair verbreitet, den genial zäh doomig dahinfließenden Track "Choker" und das relaxte, mit einer Hammondorgel aufgelockerte "Maiden of Venus". Nicht zu vergessen das kleine, aber feine Basssolo (!!!) in "Masters of none".
Köche des ganzen sind Rev. James A. Rota II (v.+g.), der mit einer markanten und kräftigen Stimme (Ozzy meets Ian Astbury) daherkommt, Emily Burton (g.), Janis Tanaka (b.), deren klasse Bassspiel glücklicherweise gut zur Geltung kommt, und John Oreshnick (dr.), der mit seinem Aussehen bei vielen Omis wohl sofort als Schläger abgestempelt werden würde und somit hinter den Drums genau den richtigen Platz erwischt hat.
Mit "The second great awakening" (produziert von Nick Raskulinecz) liegt das zweite komplette Album der Truppe aus L.A. vor (mit dem Stück "Flatline" auch auf dem aktuellen Rock Hard Sampler vertreten). Zuvor erschien außer einer Single ('98), einer EP ('01 Small Stone Records) und diversen Beiträgen auf Tributalben noch das Album "Ou est la rock" ('99 Bong Load Records). Mit Nuclear Blast als neuem Label im Rücken kann man die Jungs und Mädels im Dezember auch in Deutschland live erleben (als Support von Uriah Heep und Blue Oyster Cult). Und wenn man sich die Videos auf der Homepage mal anschaut, dann hat man nicht schlecht Lust, direkt mal zum nächsten Ticketverkäufer zu rennen.
Auch wenn ich mich immer noch nicht an das Cover gewöhnt habe und auch nicht alle Songs so überzeugen konnten wie die oben genannten Highlights, so ist "The second great awakening" eine coole Scheibe, die einen immer wieder dazu verleitet, erneut die Playtaste zu drücken! |
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