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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

UNDEROATH - Ø [Disambiguation]
Band UNDEROATH
Albumtitel Ø [Disambiguation]
Label/Vertrieb Roadrunner Records / Warner
Homepage www.underoath777.com/
Veröffentlichung 19.11.2010
Laufzeit 50:22 Minuten
Autor Sebastian Braun
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Bums! Ich sitze nichtsahnend morgens um halb Neun in der Bahn, als ich das neue Album von Underoath das erste Mal höre. Eigentlich eher die Zeit für ein Frühstückchen als für derbes Gepraze, aber das Leben ist nun mal kein Cerealien schlecken, sondern eine ständige Prüfung. Und bei " Ø [Disambiguation]" falle ich fast vom Glauben ab, was sicher nicht im Sinne der bekennenden Christen von Underoath ist. Aber der Reihe nach.

Nachdem Underoath bei ihrer letzten Tour ihr einziges noch aktives Gründungsmitglied, den Schlagzeuger Aaron Gillespie, verloren haben, standen die Sterne eigentlich nicht gerade rosig für das neue Album. Oft verkommen solche Bands ja eher zu ideenlosen Eigencoverbands, die durch abgehalfterte Clubs tingeln. Aber die Jungs aus Florida zeigen, dass es auch anders geht. Der Musikwissenschaftler würde dozieren, ein Mix aus progressivem Metalcore und Post-Hardcore, ohne sich zu sehr im Detail zu verlieren, dabei jedoch verspielt genug um auch beim zweiten oder dritten Hören nicht langweilig zu werden. Oder einfacher gesagt: Underoath machen ziemlich abwechslungsreiches Geknüppel und haben dabei auch ihren eigenen Stil gefunden. Im Vergleich zum vorherigen Album sind meines Erachtens die Songstrukturen nicht mehr ganz so vertrackt und damit etwas eingängiger. Sänger Spencer Chamberlain übernimmt jetzt auch die Cleanvocals-Parts, die vorher von Drummer Aaron übernommen wurden und damit wirkt der Gesang harmonischer und runder. Auch die Produktion kann überzeugen und wirkt fett und gut abgemischt. Einzig die letzten drei Titel, allesamt sehr elektronisch angehauchte Remixe von Stücken des Albums müssten meines Erachtens nicht sein, aber Jesus wird der Band wohl auch das vergeben.

Insgesamt setzt die Band ihren eigenen Stil mit " Ø [Disambiguation]" konsequent fort, entwickelt sich jedoch nochmals weiter und ich frage mich mal wieder, warum die Jungs hier in Deutschland nicht so richtig durchstarten. Für die Ohren von Freunden der gepflegten musikalischen Prügelei eine Pflichtbegegnung.
   
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