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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

MAEL MÓRDHA - Manannán
Band MAEL MÓRDHA
Albumtitel Manannán
Label/Vertrieb Grau / Soulfood
Homepage www.mael-mordha.com
Alternative URL www.myspace.com/maelmorda
Veröffentlichung 14.05.2010
Laufzeit 45:32 Minuten
Autor Patrick Steffenhagen
Bewertung 10 von 15 Punkten
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Als Gaelic Doom Metal bezeichnen die Iren Mael Mórdha, benannt nach einem aufständischen, irischen Provinzkönig, ihren eigenen Stil, den sie der aufmerksamen Hörerschaft bereits mit zwei Alben präsentieren konnten. Betitelt "Manannán" (der irische Gott des Meeres) bricht nun der dritte Output auf, Siege zu feiern.
Von den Bezeichnungen "Gaelic" wie auch "Doom" kann sich der Hörer schnell in die Irre führen lassen. Nicht auf Gälisch, sondern Englisch gesungen, flechten die fünf Schlachtenbrüder diverse atmosphärische Folk-Elemente ein und erschaffen in langsameren Passagen durchaus eine kriechende, schwermütige Stimmung. Insgesamt hat sich die Formation aber stark in Richtung Pagan entwickelt und läßt das Album im epischen Glanze alter Bathory-Werke erstrahlen. Treibende Stampfer und rasende Brecher - allesamt mit ordentlich Hymnencharakter - erhaben sich als Schlachtepen, mit Männerchören sowie einer satten Portion Dampf und gehen schnell ins Blut.
Die Instrumente, allen voran Gitarre und Drums, als auch das Songwriting lassen an Bands wie Primordial oder Tyr denken und könnten noch einen Pinselstrich Individualität vertragen. Der kehlige Gesang (in klaren wie derben Passagen), stellenweise nicht ohne Pathos, verstärkt die Erinnerung an Bathory, zeigt sich aber immer wieder wenig treffsicher - gewinnt dadurch allerdings auch an Charme. Das grundsolide Spiel kommt zwar ohne Offenbarungen oder herausragende Leistungen an den Instrumenten aus, überzeugt aber durchweg.
Der Stimmung der Scheibe angepasst zeigt sich die Produktion kernig-rau, kraftvoll und mit anständig Druck, umwerfender Klang hört sich allerdings anders an. Stimmungsvoll, abwechslungsreich sowie mit verstärkter Aggression und Geschwindigkeit macht "Manannán" Freude, benötigt aber etwas Zeit. Bleibt die erste Hälfte eher mager und wenig mitreißend, legt die Platte in der zweiten Hälfte mächtig zu und kracht deftig.
Angehaucht mit folkloristischem Doom gehen Mael Mordha beständig in Richtung epischen Pagan Metals - und das ziemlich gut. Einige Schwächen bremsen "Manannán" zwar noch aus, lassen sich ob des passenden Gesamteindrucks aber verschmerzen. Wer sich im obigen Text wiederfindet, kann jedenfalls bedenkenlos einen Blick riskieren.
   
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