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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

DIMMU BORGIR - Death Cult Armageddon
Band DIMMU BORGIR
Albumtitel Death Cult Armageddon
Label/Vertrieb Nuclear Blast Records
Homepage www.dimmu-borgir.com
Verffentlichung 08.09.2003
Laufzeit 63:33 Minuten
Autor Rafael Hofmann
Bewertung 14 von 15 Punkten
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Als sich Anfang der 90er die groe Black Metal-Welle aus den niedergebrannten Kirchen Norwegens erhob, gab es nur zwei Arten von Bands: Die einen, die ihre Liebe zur Musik jenseits des Strafgesetzbuches auslebten ("Burzum", "Dissection", "Mayhem", ...) und einige wenige wie "Satyricon" oder eben "Dimmu Borgir", die es geschafft haben, ihren ureigenen Stil salonfhig, meinetwegen "seris" umzusetzen. Das hat zur Folge, dass erstgenannte Bands von selbsternannten "True Black Metallern" absatanisch verehrt werden, letztere jedoch einen Ruf als "kommerzielle Pop-Bands" genieen.
Sicherlich drfte schon einigen Kennern bei der Ankndigung von "Death Cult Armageddon" zu Recht der Gedanke: "Wie, schon wieder ein neues Album von Dimmu Borgir?", durch den Kopf geschossen sein, aber ich muss meine anfngliche Skepsis zu Gunsten der Band zurcknehmen und ziehe meinen Hut vor diesem MEISTERWERK. Auch diesmal hat die Band es geschafft ein "noch besseres Album" als den ohnehin schon makellosen Vorgnger "Puritanical Euphoric Misanthropia" auf die Beine zu stellen.
"Death Cult Armageddon" ist ein ganzheitlich perfekt durch komponiertes, bombastisches Werk der norwegischen Plattenfabrik, das wieder einmal die Grenzen zwischen sthetik, Wahnsinn, Aggression und punktgenauer Symphonik einreit. Nicht weniger als 46 Musiker des Prager Symphonieorchesters wurden fr die Aufnahmen verpflichtet, um die durchweg erstklassigen Dsterhymnen der Mannen um Grndungsmitglied und Snger Shagrath zu untermalen. Jeder Song wartet mit phantastischen Breaks und atemberaubenden Details auf, die eine Sounddichte erzeugen, die in dieser Form keine andere Band der Black-Metal-Fraktion hinbekommt.
Nun aber zu den Details: "Back to the roots", dachte ich mir, als ich die beiden einwandfreien Songs "Vredesbyrd" und "Allehelgens dd i helveds rike" entdeckte, die diesmal endliche wieder mit norwegischen Texten, mittelalterlichen Keyboards, Sprechgesang und Death Metal-Growls aufwarten. "Cataclysm Children" drfte wohl dank sgenden Gitarren und Nicholas "Fester" Barkers unbarmherzigem bzw. unmenschlichem Getrommel das aggressivste Stck der Platte sein. Mein persnlicher Favorit dieser Platte ist der zweite Track "Progenies of the great apocalypse", der mit dem von "Puritanical Euphoric Misanthropia" bekanntem Orchester untermalt wird und einen wirklich bombastischen Main-Theme des Songs und vokaler Verstrkung von Abbath aus dem Imortal-Lager aufwartet.
Auch nicht zu verachten ist das graphische Artwork des Digi-Packs. Einen Blick sollte auch jemand, der sich so wenig fr Texte interessiert wie ich, dort in jedem Falle hineinwerfen und dabei Feststellen, dass am Ende des Textbuches noch ein Bonustrack "Satan my master" auf der CD zu hren sein wird.
Meines Erachtens ist es selten einer Band gelungen, ihren eigenen Stil mit Klassik zu vermischen und beide Komponenten so perfekt ineinander einzupassen, dass es wirkt, als sei das Orchester schon immer Teil der Band gewesen, was durch die mrderische Bombastproduktion gekrnt wird.
DIMMU BORGIR haben es auch 2003 wieder geschafft ihr atmosphrisches Albtraumtheater perfektionieren.
   
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