Navigation
                
14. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

BIFRÖST - Heidenmetal
Band BIFRÖST
Albumtitel Heidenmetal
Label/Vertrieb Einheit Produktionen
Homepage www.myspace.com/bifrst
Veröffentlichung 29.01.2010
Laufzeit 54:04 Minuten
Autor Patrick Steffenhagen
Bewertung 2 von 15 Punkten
>> Als E-Mail versenden
Wikinger aus der Nachbarschaft die Zweite: Neben Thrudvangar begeben sich auch die Kollegen aus Österreich auf einen neuen Schlachtzug - Bifrösts zweites Album "Heidenmetal" huldigt ebenfalls dem Pagan/Viking, was der aufmerksame Leser ob des wenig einfallsreichen Titels eventuell bereits vermutet hätte.
"Heidenmetal" eröffnet mit Peinlichkeit pur. Ein krächzender Sänger - während des Stimmbruchs wie es scheint - keift dem Hörer, mehr angestrengt keuchend denn tatsächlich kreischend, kraftlos entgegen und gibt deutsche Texte aus an Lächerlichkeit kaum zu übertreffenden Paar- und Kreuzreimen zum Besten. Ein lautes Auflachen und die gestellte Frage, ob die das denn erst meinen, kann sicherlich nicht die gewünschte Reaktion eines Pagan-Albums sein...
Leider scheinen Bifröst es tatsächlich erst zu meinen, denn über die noch folgenden elf Titel geht es genau so weiter. Ein absolut kindischer, in Vorschulreime gepackter Text jagt den nächsten. Wer jetzt hoffen mag, die österreichische Formation gleiche dies wenigstens musikalisch aus, den trifft schnell und gnadenlos die kalte Ernüchterung. Während sich Sänger Patrick Song um Song erneut zum Ziel wohlverdienten Spotts macht, knüppelt sich die Kapelle seelenlos und ideenfrei auf ebenso mager wie schwach klingenden Instrumenten voran und verabschiedet sich mit generischem Keyboardgeklimper während der schnarchig langweiligen Midtempo-Passagen vollends von der Möglichkeit, ernst genommen zu werden.
Die halbwegs anständige Produktion kann sich wenigstens einigermaßen hören lassen, schrammt aber nichtsdestotrotz ein gutes Stück an dem Siegel "Qualität" vorbei. Drucklose Instrumente, schwammig gemischt, plärren übereinander und mischen sich schlecht differenziert unter den ebenso verwässerten Gesang.
Lächerliche und peinliche Texte, grausiger Gesang, der den Zahnarztbohrer zur himmlischen Harfe macht, Songwriting ohne jede Inspiration oder Kreativität, Instrumente, denen alle Wucht abgeht, eine sehr dünne Produktion und zu guter Letzt ein extrem kitschiges Cover - wer hier nicht beinharter, absolut fanatischer Fan ist, sollte "Heidenmetal" vergessen, ohne es jemals kennen gelernt zu haben.
   
<< vorheriges Review
H.I.M. - Screamworks-Love in Theory and Practice
nächstes Review >>
FLOWERS FOR WHORES - Another Rome Falls


Zufällige Reviews