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03. September 2010 - Uhr
 
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LYRIEL - Paranoid Circus
Band: LYRIEL
Albumtitel: Paranoid Circus
Label/Vertrieb: Femme Metal Records
Website: www.lyriel.net
Alternative URL: www.myspace.com/lyrielband
Veröffentlichung: 29.01.2010
Laufzeit: 47:58 Minuten
Autor: Patrick Steffenhagen
Bewertung: 13 von 15 Punkten
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Eigentlich ist es schon eine Frechheit, wenn sich so herausragende Formationen wie Lyriel erdreisten, mit der Veröffentlichung eines neuen Albums drei Jahre zu warten. Mit dem Nachfolger von "Autumntales" hat das lange Warten nun endlich ein Ende und die Gemüter sind besänftigt.
Mit ihrem dritten Werk arbeitet die siebenköpfige Truppe ihre Stärken heraus und klingt eigenständiger als je zuvor. "Paranoid Circus" vereint Folk-Klänge mit Alternative Rock und Gothic zu einer stimmigen, Celtic Rock getauften, Mixtur. Zusammen mit klassischen Instrumenten bietet die Scheibe fünfzehn, extrem melodische und eingängige Songs, die im ersten Durchgang nach einem Potpourri aus Loreena McKennitt, Xandria und Blackmore's Night klingen mögen, schnell aber eine ganz eigene Wirkung entwickeln. Der sehr ausdrucksstarke weibliche Gesang (mit männlicher als auch weiblicher Unterstützung), der Erinnerung an The Gathering wachruft, kombiniert Lyriels Musik zu einem famosen Gesamtkunstwerk voller Elegie und Kraft.
Für eine noch gesteigerte Atmosphäre von Mystik sorgen Lyriel durch den gelegentlich eingestreuten Erzähler Simon Jäger (Synchronsprecher von z.B. Matt Damon oder Heath Ledger) und verleihen dem märchenhaften Unterton der Scheibe damit einen Flair von Magie, der perfekt zum Ambiente von "Paranoid Circus" passt.
Im Songwriting zeigt sich das Septett nicht minder kreativ und unterstreicht die eigene Vielseitigkeit mit Symphonien, die machtvolle Rockmusik mit wuchtigen Emotionen verbinden. Kompositorisch sprengen Lyriel dabei so manche Grenze, schaffen aber dennoch ein stimmiges und in sich geschlossenes Bild, dessen (Klang-)Farben perfekt miteinander harmonieren. Die dargebotenen Titel rangieren von mitreißender Ballade bis zum druckvollen Rocksong und lassen ihre vielfältigen Elemente flüssig ineinander greifen. Einziger Wermutstropfen: Im letzten Drittel verliert "Paranoid Circus" etwas an Fahrt und bleibt zu verhalten.
Dazu ist das Album fantastisch produziert! Die einzelnen Nuancen der Musik werden subtil betont, der Fokus innerhalb der Titel ist perfekt eingestellt. Elektrische Instrumente treten wenn nötig in den Vordergrund, verbleiben ansonsten sanft aber prägnant im Hintergrund und lassen den klassischen Einflüssen den Vortritt. Über allem schwebt der grandiose Gesang, von der Produktion ebenfalls glasklar und üppig in Szene gesetzt.
Mit "Paranoid Circus" schaffen die Deutschen ein faszinierendes Album voller Gefühl und Kraft, geschaffen aus unzähligen, hervorragend kombinierten Elementen. Was vielen anderen Bands nur seltenst gelingt, scheinen Lyriel mit einer Leichtigkeit aus dem Ärmel zu schütteln, das es eine wahre Freude ist - eine magische Fabel!
   
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