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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

AHAB - The Divinity Of Oceans
Band AHAB
Albumtitel The Divinity Of Oceans
Label/Vertrieb Napalm Records
Homepage www.ahab-doom.de
Alternative URL www.myspace.com/ahabdoom
Verffentlichung 24.07.2009
Laufzeit 68:33 Minuten
Autor Christian Schfer
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Endlich! Endlich segeln sie wieder, AHAB, die deutsche Doom-Hoffnung! Ehrlich gesagt war ich skeptisch, als ich vom neuen AHAB-Album hrte. Noch eine Platte ber den weien Wal und seinen rgsten Feind, den bekloppten Kapitn? Doch siehe da: Trotz des vermeintlich einengenden Namens haben AHAB die Kurve bekommen und bleiben weiterhin dem "Nautic Funeral Doom Metal" und sogar der literarischen Inspiration treu. Allerdings sind die Werke, auf die die Seebren sich diesmal beziehen solche, die Herman Melville seinerzeit ebenfalls las, wie z.B. "In The Heart Of The Sea" von Nathaniel Philbrick und ihn -im Falle von Owen Chases "The Wreck Of The Whaleship Essex"- zum Schreiben von "Moby Dick" veranlassten. Chase beschreibt hierin eine fehlgeschlagene Waljagd: Eine vllig verzweifelte Mannschaft wird von Hunger und Wahnsinn zum Grausigsten getrieben, was dem Menschen mglich ist: Kannibalismus.

hnlich dem Vorgnger "The Call Of The Wretched Sea" (2007) sind auf dem aktuellen Album nahezu keine Songs diesseits der Zehnminutengrenze zu finden, und doch ist etwas anders geworden: AHAB fgen ihrem Spiel melodische Facetten zu, variieren Tempi, geizen nicht mit Doom-untypischen Doublebassattacken und Snger Daniel Droste grunzt nicht ausschielich wie einer, der nach einer Stimmband-OP erstmals wieder Reden bt- nein, er singt oftmals klar und bewegt sich hier eindeutig in Gothic-Gefilden. berhaupt kommt es mir vor, als htten AHAB das monolithische, unerbittliche Zeitlupentempo ihres Erstwerks dezent angezogen und bewegten sich, quasi mit frischem Wind im Segel, schneller als noch vor zwei Jahren. Gleich geblieben ist der kristallklare, eiskalte Sound, der gruselige Assoziationen von Hunger, Schiffbruch und blankem Wahnsinn weckt.

Auch wenn mir "The Divinity Of Oceans" nicht so gut gefllt wie sein Vorgnger, der allerdings auch die ewigste ber-Funeraldoomplatte der Welt schlechthin ist, stelle ich fest: AHAB sind nach wie vor die Harpunenspitze des deutschen, wenn nicht sogar des europischen Doom. Keine andere Band versteht es so virtuos, mit Tnen Bilder zu malen und durch Klang allein Atmosphren zu erzeugen, die weit unter dem Gefrierpunkt liegen. Ein neuerliches Meisterwerk und ein Pflichtkauf fr alle, die auf harte Musik stehen. Hart wie eine in Blut gehrtete Lanze und schwer wie ein Pottwal, der sich, von Schmerz und rasender Wut getrieben, in die berstende Bordwand eines Walfngers wirft!
   
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