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17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

SOLEFALD - In Harmonia Universali
Band SOLEFALD
Albumtitel In Harmonia Universali
Label/Vertrieb Century Media Records
Homepage www.solefald.org
Verffentlichung 24.03.03
Laufzeit 60:23 Minuten
Autor Andre Kreuz
Bewertung 10 von 15 Punkten
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Wer SOLEFALD (= Sonnenuntergang) kennt, wei, dass alle diejenigen Leser, die die Norweger nicht kennen, nach diesem Review genauso schlau sein werden, wie vorher. Es ist aber auch eine verdammt harte Nuss, eine einigermaen treffende Kritik zu dieser Art von Musik zu verfassen...
Wie dem auch sein, SOLEFALD treiben seit nunmehr sieben Jahren ihr musikalisches Unwesen und dabei Schreiberlinge auf der ganzen Welt in den Wahnsinn. Dabei kann man, das aktuelle Output "In Harmonia Universali" mitgerechnet, auf vier Alben zurckblicken. Seit dem 1997 Debt "The Linear Scaffold" hatte ich die Truppe etwas aus den Ohren verloren und war somit nicht gnzlich auf die Stilvielfalt vorbereitet, die einem da in ungebremster Spielwut entgegentnt. Die CD umfasst so unglaublich viele Feinheiten, dass dem fiesen und gemeinen Metal-Hrer erst einmal schwindlig wird und man verzweifelt nach irgendwelchen Rettungsankern in Form von Hooks oder wiederkehrenden Riffs sucht.
SOLEFALD erweisen sich hier aber als halbwegs gndig und schlagen immer mal wieder eine Bresche in den dichten Metall-Dschungel, so dass man, nach mehreren Anlufen, der Mucke tatschlich folgen kann und im weiteren Verlauf sogar richtig Spa daran findet! Vorher muss man sich aber auf die oft in berlnge komponierten Stcke einlassen und lernen, mit den krassen Stilbrchen zurecht zukommen, die nicht selten auch innerhalb der einzelnen Lieder auftreten. Das macht die Sache zu Beginn zwar etwas mhsam, ist aber auf der anderen Seite ein Garant dafr, dass keine Langeweile aufkommt. So sticht aus dem grundstzlich metallischen Gewand des Duos Lazare/Cornelius immer die dominante Hammond-Orgel hervor, die sich oft gleichberechtigt zur Gitarre prsentiert und dennoch, oder gerade deswegen hervorragend ins musikalische Gesamtbild passt. berhaupt werden viele Elemente geboten, die man so nur selten von einer extremen Metal-Band zu hren bekommt: Piano-Passagen, Saxophon-Einlagen und gar eine Flamenco(!)-Gitarre sind zu vernehmen. Die Hammond-Orgel und auch der allgemeine Sound lassen allerdings Parallelen zu neueren BORKNAGAR-Alben erkennen, was nicht weiter verwundert, da Lazare auch dort seine Brtchen verdient. Ums zu komplettieren sei erwhnt, dass selbiger auch bei CARPATHIAN FOREST die Stcke geschwungen hat (oder immer noch schwingt). Nordische Inzucht, mal wieder...
Einzelne Stcke hervorzuheben fllt verdammt schwer, da man de facto ber jedes einzelne ein kompettes Review verfassen knnte, so komplex und vielfltig fallen sie aus. Da beginnt man bspw. im Opener "Nutrisco et Extinguo" ganz zahm mit einer Akustik-Klampfe, macht dann eher im Midtempo weiter, nur um dann in einen flotten Doublebass-Speeder berzugehen. Dieser wiederum bremst pltzlich ab und mutiert zu einer schleppenden Riff-Walze, welche dann von Piano- und Saxophon-Klngen abgelst wird. Das ganze wird dann noch mehrmals durcheinander kombiniert und mit vielfltigen Gesangstechniken garniert (klar, Chre, tief und kehlig, keifend etcpp.)... Und das war jetzt nur ein Lied, wohlgemerkt! Das geilste Riff der CD bietet allerdings "Mont Blanc Providence Crow" (???), ein Stck, das neben dem erwhnten Opener, "Christiania" und "The Liberation of Destiny" zu meinen persnlichen Favoriten zhlt. Insgesamt betrachtet scheint die erste Hlfte der Scheibe bis zum clever in der Mitte plazierten Instrumental "Red Music Diabolos" etwas besser zu sein, als die zweite. Das ist aber eine rein subjektive Meinung und so wird wohl jeder, der sich in die Harmonie mit dem Universum begibt, seine eigenen Faves rauspicken knnen.
Dementsprechend wre es an dieser Stelle auch fehl am Platze, Anspieltipps zu nennen, entweder man kauft die CD, oder eben nicht. Denn durch flchtiges Reinhren im Musikladen seiner Wahl wird man im Endeffekt genauso schlau, wie nach dem Lesen dieses verzweifelten Versuchs eines schlssigen Reviews...
Ich hoffe dennoch, den einen oder die andere neugierig gemacht zu haben. Keine einfache Kost und auch kein Metal-Happen(ing) fr zwischendurch, aber durchdachte, tiefsinnige und nach einer Weile auch sehr mitreiende Musik. Demnach hab ich mich auch bei der Bewertung sehr schwer getan und man sollte selbige in diesem Fall auch nur als sehr groben Mastab nehmen, wenn berhaupt.
   
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