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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

ENDSTILLE - Verführer
Band ENDSTILLE
Albumtitel Verführer
Label/Vertrieb Regain Records / Soulfood
Homepage www.endstille.com
Veröffentlichung 08.05.2009
Laufzeit 46:44 Minuten
Autor Andreas Goericke
Bewertung 12 von 15 Punkten
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Die Aggro-Nordlichter ENDSTILLE stehen für klassischen, flirrend brutalen Black-Metal übelster Sorte. Übel ist hier allerdings im positiven Sinne zu verstehen. Bisher fielen die Jungs durch ausgesprochen kompromisslose Veröffentlichungen in schönster Weltkrieg-Optik, mit herrlich menschenverachtendem Ambiente auf. So auch wieder auf "Verführer". Im Westen nichts Neues.
Geliefert wird auf der neuen Langrille ein brodelndes Gemisch finsterer Spielkunst in Vollendung. Die Produktion ist schön transparent, so dass selbst meinen verwöhnten Ohren ausnahmsweise nichts fehlt. Die Snare knallt wunderbar, die einzelnen Spuren sind ordentlich differenziert und die Gitarrenflächen lassen keinen Druck missen.
Somit kommt es also auf die Musik an, Kameraden. Und die hat es in sich.
Von den ersten Sekunden an ballern die Kieler derbe vorwärts, mit brutalen Blasts, wunderbaren Klampfenläufen, in denen auch viel Melodisches durchschimmert und den üblich extrem kalten und kehligen Vocals, die dem Album eine sehr aggressive Note verleihen. Alles in allem sehr biestig und giftig, ganz so wie man es von solcher Art Black-Metal erwarten möchte.
Manche Songs mögen sogar recht hitverdächtig sein, ich habe mich jetzt sehr am Opener "Alteration Of Roots" mit der irrsinnigen Strophe und dem Endstück "Endstille - Verführer" festgebissen, wobei diese unterschiedlicher nicht sein könnten. Der erste ist eine fiese Rampensau, die einfach nur krank nach vorne prescht und keine Gefangenen macht, mit herrlich dissonanter Führung, der letzte im Bunde hat eher verhältnismäßig getragenen Charakter und zeig eben das andere Ende der Fahnenstange von ENDSTILLE. Zwischendurch, und das ist der einzige Kritikpunkt an dieser Stelle, wirken manche Songs leider etwas lückenfüllerhaft, aber sind dennoch nicht völlig daneben und marschieren ebenfalls gut los, nur eben nicht in der Qualität, wie vorgenannte Epen. Freunde des klassischen, weniger orchestralen Black-Metals sollten auf jeden Fall dringend zugreifen, Raserei in Vollendung gibt es so nur selten. Gute Scheibe. Das ist der Krieg!
   
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