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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

PROJECT PITCHFORK - Inferno
Band PROJECT PITCHFORK
Albumtitel Inferno
Label/Vertrieb Warner Brothers
Homepage www.pitchfork.de
Verffentlichung 2002
Laufzeit N/A
Autor Flo
Bewertung 14 von 15 Punkten
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These words are like paperships, on the river of your attention, sent to reach your ocean, and sink into its depths. Mit dieser sehr schnen Metapher beginnt Inferno, das neue Album der deutschen Band Project Pitchfork. Eingangs erwhnt sei, dass ich mich auf komplett unbekanntem Gebiet bewege, zumal mein Fachwissen im Elektro/Gothic-Bereich mehr als sprlich ist. Ich kann Project Pitchfork noch nicht einmal einem bestimmten Stil zuordnen, ich wrde mal all meiner Unwissenheit zum Trotz Darkwave/EBM sagen, auf jeden Fall dstere, sphrische, tanzbare, elektronische Musik mit gelegentlichen Gitarreneinsprengseln. Was mir dabei besonders positiv auffllt, ist dass Pitchfork nicht mit dem mir so verhassten Gruft-Pathos agieren, sondern eher eine Art latenten Dsternis inne haben, die sich erst nach genauerem Hren wirklich erschliet. Das ganze Album ist sehr angenehm zu hren, man merkt sofort dass hinter den Songs Ideen und Konzepte stehen, die auch entsprechend umgesetzt werden. Die Grundstimmung eignet sich sehr gut fr den derzeitigen Jahreszeitenwechsel, denn trotz allen dsteren Elementen wird das Album nie wirklich zu depressiv, viel mehr verbreitet es eine nachdenkliche, dezente Melancholie. Diese von der Musik vermittelte Stimmung bietet die Grundlage fr das hchst interessante Textkonzept. Ich werde es nur einmal grob umschreiben, denn in all seiner Ausfhrlichkeit wrde es den Rahmen dieses Mediums sprengen. Gesagt sei jedoch, dass eine dreiseitige Presseerklrung zu diesem Thema auf der ebenfalls sehr gelungenen Internetseite der Band nachgelesen werden kann. Im Grunde genommen geht es um das Erkunden der eigenen Existenz und des eigenen Wesens, die Selbstdefinition als Mensch und das Verhltnis zum Rest der Welt. Zu dieser Selbsterkundung soll Inferno anregen, jedoch keine festgeschriebenen Wege vorgeben. Um es mit den Worten von Peter Spilles zu sagen, Inferno ist ein Spiegel. Ein Spiegel, in dem der Hrer sich selbst begegnen kann, und in dem die Band PROJECT PITCHFORK keine Rolle spielt. Wir wollen niemandem sagen: so und so ist es, das und das musst du tun. Wir halten den Spiegel, aber der Hrer selbst erschafft das, was er sieht. Das Gesamtbild wird von einer hervorragenden Aufmachung abgerundet. Das sthetische Coverartwork und Booklet lassen keine Zweifel, dass ein interessantes Konzept hier hochprofessionell und dem eigenen Anspruch entsprechend umgesetzt wurde. Das Booklet enthlt diverse Texte in deutscher Sprache, die die Denkanregungen der Liedtexte noch weiter vertiefen. Letzten Endes ist dieses Album eine rundum gelungene Sache, Project Pitchfork werden den gesetzten Ansprchen mehr als gerecht. Normalerweise habe ich wenig Bezug zu Musik dieser Sparte, allerdings bieten Pitchfork abseits aller Stilistiken einfach gute, interessante Musik, der eine Sache eigen ist, die man sehr selten findet: Sie regt zum Denken an. Jeder, der sein Gehirn etwas ber Chains and leather heraus benutzen mchte, sollte sich einmal mit diesem Album auseinandersetzen, denn ich persnlich konnte ihm bisher einiges an Erfahrungen und Inspirationen abgewinnen, und das ist in diesem Fall nicht blo hohle Phrasendrescherei. brigens, Inferno ist der erste Teil einer Trilogie. Am 28.10. und am 25.11. erscheinen Singles mit je 5 Songs, die das mit Inferno begonnene Konzept und die damit verbundene, faszinierende Hrerfahrung zu Ende fhren sollen.
   
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