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SCALE THE SUMMIT aus Houston sind vier Jungspunde, die mit dem Album "Carving Desert Canyons" tatsächlich ihre zweite Platte hinlegen. Soweit alles kein Thema. Aber es ist eine Fusionplatte. Schon geschockt? Was, wenn ich behaupte, dass Durchschnittsalter der Jungs, Männer kann ich ja kaum sagen, ist 22? Dann fällt uns spontan das vegetative Nervensystem im Gesicht aus und wir glauben es nicht. Zur Ehrenrettung: es sind eben Amis, welche Musik und Gitarrenbau -liegt ja nahe- studieren. Dennoch hätte ich auch bei der allseits bekannten Qualität der Amerikaner nicht gedacht, dass mir ein paar Grünschnäbel mal so einen Brocken erstklassige und erwachsene Musik vor die Füße werfen. Zur Musik sollte man aber vorsichtig greifen! Die Knaben arbeiten vollkommen ohne Gesang, was manche Hörer sicher schon einschränkt. Dann wird hier allerdings wirklich stimmige und große Musik vollführt, mal mit etwas mehr Metalgehalt, mal eher rockig und auch ruhige, balladeske Passagen finden ihren Raum. Allerdings sind die Songs schwer nachvollziehbar und somit wieder nichts für das normale Gehirn. Also die typische DREAM THEATER-Krankheit: Musiker-Musik. Aber die bringen sie sehr solide rüber. Ehrlich gesagt grenzt es für mich fast an unglaublich, mit welcher Reife besonders die Gitarristen hier zu Werke schreiten. Die Soli sind stets stimmig, sehr melodiös und keineswegs nervig. Dazu finden sie einen sehr entspannten Weg, ihr Können zu zeigen. Die Mucke ist permanent in Bewegung und irgendwie trotzdem entspannt und stets schön jazzig. Da können sich viele altgediente Musiker ehrlich ein Scheibchen abknabbern! Der Basser macht auch einen hochsoliden Job und das Drumming hat mir direkt bei den ersten Durchläufen schwer zugesagt und ist durchweg kreativ. Um die rein instrumentale Spielzeit zu füllen, fehlt vielleicht ab und an ein Bisschen mehr Mut oder Erfahrung, aber das lernen die Kerlchen schon noch. Dies ist aber auch der einzige Malus, den ich entdecken kann. Andere Instrumentalbands wie beispielsweise LONG DISTANCE CALLING schaffen es zwar, für Stunden fesselnd zu bleiben, obwohl sie nicht solche musikalische Qualität liefern. Dennoch sind SCALE THE SUMMIT eine Bereicherung und gottlob lässt sich auch die Produktion durchaus hören. Die Klampfen haben einen schönen Druck, die Soli quietschen nicht und die Drums sind schön natürlich aufgenommen, so dass man die Nuancen wahrnehmen kann. Eventuell könnte man bei den Effektspielereien noch etwas rausholen, da die Platte über die Distanz etwas einförmig klingt, aber für das Erste war der Schock absolut ausreichend! Für Freunde gut gemachter Musik sehr, sehr empfehlenswert. Wer ein normales Metal-Album erwartet, sollte aber dringend reinhören, bevor er sich ärgert! |
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