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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

KTU - Quiver
Band KTU
Albumtitel Quiver
Label/Vertrieb Westpark Music/Indigo
Homepage www.myspace.com/ktuband
Verffentlichung 13.03.2009
Laufzeit 45:38 Minuten
Autor Michael Kmmet
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Die Schlagzeugeskapaden von Pat Mastelotto whrend des letzten KING CRIMSON-Albums "The Power To Believe" haben mich schlichtweg umgehauen. Oder auch Trey Gunns Touch Guitar-Spielereien sind einfach eine Wucht. Diese beiden Veteranen des Prog-Dinosauriers haben sich mit dem finnischen Akkordeon-Virtuosen Kimmo Pohjonen zusammengeschlossen. Das Ergebnis dieser Konspiration konnte man schon vor vier Jahren mit deren Erstlingswerk "8 Armed Monkey" bestaunen. Nun legen die drei Jungs mit "Quiver" ein weiteres rein instrumentales Album nach, welches im Gegensatz zu dem 5-Track-Vorgnger nun elf nur durchschnittliche lange Stcke enthlt.
Wer nun glaubt das Akkordeon sei ein Instrument der Volksmusik, der wird eines besseren belehrt. Mit dem Schifferklavier kann man so einiges Kurioses anstellen. Selbst hat mich immer die Komplexitt und Anordnung der Griff-Systeme beraus fasziniert.
Kimmo Pohjonen setzt sein Instrument sehr songdienlich ein, wobei auch so manche Solo-Passagen nicht ausgelassen werden. Pat Mastelotto untermalt dies teilweise mit einer abenteuerlichen Polyrhythmik, die selbst gestanden Schlagzeugern den Atmen stocken lassen. Die zehn Saiten seiner Warr-Gitarre hmmert Trey Gunn geradezu meisterlich, wobei auch in Kooperation mit dem Finnen die abgefahrensten Melodien zustande kommen. Stellenweise knnte man sogar meinen, dass diese Klanggewalten von elektronischen Hilfsmittel, wie Keyboards oder Synthesizer, stammen. Hierfr ist wohlmglich Ex-Bandmitglied Samuli Kosminen zustndig, der hier als Gastmusiker tatkrftig agiert. Nordisch, mittelalterlich und folkloristisch hingegen klingt der untersttzende, doch im Hintergrund verweilende Gesang von Kimmo, der gelegentlich whrend wenigen Songs zum Einsatz kommt.
"Quiver" ist eine auerordentlich facettenreiche von Steven Wilsen (PORCUPINE TREE) produzierte Scheibe, die erst nach mehreren Durchlufen so richtig zndet. Proggig und rockig, dann mal wieder etwas ruhiger und melancholisch, gegenstzlich hierzu wieder gewaltig und bombastisch, wie auch berraschend und avantgardistisch wirkt diese Platte auf den Zuhrer. Eine Umschreibung der endlosen Eindrcke wrde den Rahmen dieser kurzen Besprechung bei weitem sprengen. So ist dieses interessante Werk weder einfach zu konsumieren, noch spricht es den Mainstream-Kunden an. Mein Tipp deshalb: Progheads oder auch Heavy-Jazzfreaks, die offenen fr Experimentelles sind, sollten sich etwas Zeit fr dieses Album nehmen und dann selbst entscheiden.
   
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