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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

30 SECONDS TO MARS - same
Band 30 SECONDS TO MARS
Albumtitel same
Label/Vertrieb Immortal/Virgin
Homepage www.thirtysecondstomars.com
Verffentlichung 2002
Laufzeit N/A
Autor Aline Rser
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Man kann es kaum glauben, dass diese Band aus Süd - Kalifornien kommt, denn ihre Musik will nun so gar nicht in dieses Land der Sonne und des Ebenmäßigen passen. 30 Seconds To Mars sind einfach anders. Anders als vieles, was mir in Sachen Rockmusik bekannt ist. Es beginnt schon einmal beim Booklet. Da die Musiker es nicht für nötig hielten, sich selbst abbilden zu lassen, ließen sie ein paar Kinder dafür einspringen, statt sich die Mühe zu machen und alle Songtexte abzudrucken, tun es ja auch nur einige wenige dahingekritzelte Sätze aus zwei ganzen Songs. Neue Zahlen und Buchstaben hat die Band nebenbei auch noch erfunden.
Weiter geht’s bei der Musik, die es schafft, einen mit ihren kraftvollen Gitarrenrhythmen, verschwommenen elektronischen Beats und einer einzigartigen Stimme zum Zuhören zu zwingen. Hierbei entpuppt sich Schauspieler Jared Leto als ein begabter Sänger. Oft klingt seine Stimme wie ein verzweifeltes Schreien, was allerdings in jeder Hinsicht mit der düsteren Atmosphäre des Albums harmoniert. Was der gleichzeitige Song- und Textschreiber mit seinen etwas schwer nach zu vollziehbaren Texten auszudrücken versucht, weiß er auch musikalisch umzusetzen.
Textlich gesehen dreht sich das Album um ein Leben auf dem Mars, ein futuristisches Erlebnis, das dem Hörer ermöglicht, in eine andere Welt einzutauchen. Allerdings nicht im Sinne von Science Fiction, denn Leto beschäftigt sich in seinen Texten mit dem wahren Leben, reellen menschlichen Problemen und der heutigen Gesellschaft. Verkleidet in einer Welt, die zum einen unerreichbar, und zum anderen greifbar nah (30 seconds) ist.
„Buddha For Mary“ setzt sich nach meiner Interpretation mit dem Christentum auseinander und erzählt über eine Maria, die, sich auf dem Mars wieder findet, ihren Gott in Frage stellt. Der Song bietet fette und melodiöse Gitarrenriffs, gepaart mit abwechslungsreichen Drumeinlagen und mit Ironie gespickten Lyrics. Zum Schluss findet ein Dialog zwischen Maria und Gott statt, dessen Inhalt wie folgt lautet:
„Can you hear me? Are you sleeping?“
„Will you rape me now?“
„Leave the politics to madmen“
„I believe in your lies“
„There’s a paradise beneath me“
„Am I supposed to bleed?“
„You better pray to Jesus“
„I don’t believe in God“
Sicher ist, dass 30 Seconds To Mars keine leicht verdauliche Kost ist. Es ist eine Art von Musik, die zuerst wie grobes Felsgestein wirkt, aus dem plötzlich heiße Lava strömt. Hinter dem vermeintlich undurchdringlichen Hörerlebnis aus harten Beats und schweren Gitarren verbergen sich überaus sensible Passagen, die eine gesunde Abwechslung garantieren. Sei es bei dem melodischen „Oblivion“, dem traurigen Liebeslied „Echelon“ oder dem leicht punkigen „The Mission“.
Die vier Musiker haben ein sehr ernst zu nehmendes Album geschaffen, eines, das auch Tiefe zeigt und nicht spurlos am Hörer vorbeigeht.
   
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