|
|
|
|
|
|
|
|
|
Passend zur Jahreszeit und sogar zum Monat erscheint am 25.11. "Dreams d'Azur" von der aus Rom stammenden Formation NOVEMBRE. Einigen mag die Band schon ein Begriff sein, für mich ist das Scheibchen jedenfalls der erste Kontakt mit der Truppe. Anno 1990, also vor stolzen 12 Jahren, wurde eine Band namens CATACOMB aus den Tiefen des italienischen Undergrounds geboren, die sich kurze Zeit später in NOVEMBRE umbenennen und fortan dem Pfad des atmosphärischen Death Metals folgen sollte. Bis 2001 kamen immerhin vier Full-Lengths-Platten auf den Markt und mit den Azur-Träumen liegt nunmehr das vermeintlich fünfte vor. Vermeintlich deswegen, da es sich hier mitnichten um wirklich neue Songs der Band handelt, sondern vielmehr um die Neuauflage des 1995er Debüts "Wish I could dream again...", das wohl restlos vergriffen sein dürfte. Dieses anscheinend sehr beliebte Werk wurde also unter Reaktivierung des Original-Bassisten komplett neu eingespielt, damit auch Fans jüngerer Tage in den Genuss der fast 70 Minuten kommen können. Da ich, wie gesagt, nix andres als "Dream d'Azur" von NOVEMRE kenne, kann ich mir folglich auch kein Urteil über eventuelle Diskrepanzen, Verbesserungen oder Neuerungen gegenüber dem Original erlauben. Was ich mir allerdings sehr wohl erlauben kann, ist ein Urteil über die CD zu fällen. Und das fällt erstaunlich positiv aus, wenn man bedenkt, dass ich mit derart komplexer, progressiver Mucke auf der Schneide von Death und Gothic sonst eher wenig anfangen kann! Hat zwar etwas gedauert, bis ich zu dem Album Zugang gefunden habe, aber nach mehrmaliger Rotation des Silberlings wage ich mit Fug und Recht zu behaupten, dass NOVEMBRE wahre Meister ihres Faches sind. Die gesamte Stilvielfalt von "Dreams..." hier auszuleuchten würde den Rahmen eines Reviews deutlich sprengen, dennoch kann man der Musik der Italiener vor allem zwei Dinge attestieren: Mut zur Lücke und ein feines Gespür für ein gelungenes Songwriting! Denn trotz der komplexen Ausrichtung des Materials findet man, so man sich die Mühe macht, recht bald in die zuweilen fast verspielt wirkende Welt von NOVEMBRE. Ausgedehnte Akustik-Passagen wechseln sich mit straighten Metal-Nummern ab, melodische Leads machen dem hervorstechenden und äußerst eigenwilligen Bass Platz und die Drums geben immer das richtige Tempo vor. Meist ist dies eher gemächlich und gefühlvoll, ab und an tritt man aber glücklicherweise doch aufs Gas und erreicht fast schon Schwarzwurzel-Gefilde, wie im schlicht "Novembre" betitelten Song Nr.2. Der Gesang wird, bis auf einige Ausnahmen, klar und wiederum sehr gefühlvoll vorgetragen, der Mann hat es ohne Zeifel drauf. Mit "Marea" hat man noch einen 12-Minuten-Trümmer auf die Scheibe gebannt, der es wirklich in sich hat und durch die Einteilung in drei Parts absolut schlüssig rüberkommt. Am besten gefällt mir aber doch der Opener "The dream of the old boats", der sich unwiderruflich in meine Gehörbahnen gefräst hat und für meinen Geschmack viel zu kurz ausgefallen ist, aber so ist das ja immer mit Dingen, die man mag.
Wie gehabt, ich könnte diese (gelungene) Neuauflage noch ein gutes Stück länger auseinanderpflücken, aber das würde nicht wirklich viel bringen. Die meisten hab ich mittlerweile hoffentlich entweder überzeugt oder vergrault. Offen muss man für die CD auf jeden Fall sein, Scheuklappenmetaller können sich die Investition getrost sparen. |
|
|
|