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17. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

HORSE THE BAND - A Natural Death
Band HORSE THE BAND
Albumtitel A Natural Death
Label/Vertrieb Ferret Music
Homepage www.myspace.com/horsetheband
Alternative URL www.horesetheband.com
Verffentlichung 09.05.2008
Laufzeit 55:42 Minuten
Autor Christoph Fllenbach
Bewertung 13 von 15 Punkten
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Momentan gibt es nur wenige Bands, die so stark polarisieren, wie HORSE THE BAND. Wie nur wenige schaffen sie es, auf der einen Seite, meist bei recht jungen Leuten, Begeisterungsstrme hervorzurufen und auf der anderen Seite, die Zehenngel von der Oldschoolfraktion zum flattern zu bringen.
Um sich ein Bild von der Truppe zu machen, stelle man sich fnf Jungs, von denen einer aussieht wie Napoleon Dynamite, vor, die in der Schule immer die Prgel abgekommen haben und ziemlich wenige Freunde hatten. Um diesem, doch recht beschissenen, Alltag zu entfliehen, haben sich unsere Geeks eine Traumwelt aus Robotern, Prinzessinnen, Dinosauriern sowie Computerspielen gebastelt und diese dann in reiferem Alter vertont. Vertont heit in diesem Fall, alle vorhandenen Musikrichtungen, mit einem Schwerpunkt im modernen Metal, durch den Elektrowolf zu drehen und der entstandenen Mixtur einen neuen Stempel aufzudrcken; so wurde der Nintendocore geboren. Hier trifft einen weinende Prinzessin Zelda auf ein 8-Bit-Sample aus dem ersten Mario-Spiel. Eben diese Vielfalt an Einspielungen, macht HORSE THE BAND zum einzigen, wirklichen Vertreter des Genres. Gut, ENTER SHIKARI oder IWRESTLEDABEARONCE bauen auch Samples ein, jedoch fuen deren Songs nicht im Konzept auf diesen.
Musikalisch wird, wie schon gesagt, die komplette Bandbreite geliefert. Geht es in "Murder" mit treibenden Keyboardtnen noch sehr "corelastig" zur Sache, so fhlt man sich beim Discohit "Sex Raptor" in die 80er versetzt. Hufig ist es so, "New York City" sei als Beispiel genannt, dass sich der Charakter eines Liedes nach der Hlfte vllig verndert und dieses komplett anders endet, als es begonnen hat. Dies untersttzt, ebenso wie die kaum vorhandene Strophe/Refrain - Struktur, die erzhlende Art der meisten Stcke. Es macht sich der Eindruck breit, dass man es hier manchmal mit einem extrem musiklastigen Hrbuch zu tun hat. Generell sollte das Werk als Einheit betrachtet werden. Wre dies nicht der Fall, so wrden Stcke wie "The Beach", wo es zwei Minuten lang ein weinendes Mdchen auf die Ohren gibt, berhaupt keinen Sinn ergeben. In der Einheit und mit dem Bild der fnf Musiker im Kopf, ergibt das Ganze aber dann doch wieder Sinn. Diese sind an ihren Instrumenten, ebenso wie am Gesang, zwar keine Virtuosen, machen das, was an technischem Knnen fehlt, aber mit einer Menge Ehrlichkeit weg.
Wer wirklich durchgeknallte Musik sucht, die einen genauso fesselt, wie sie einen zum Tanzen auffordert, der ist hier goldrichtig. Der letzte Satz geht raus an die Trve-Pappnasen: Springt ber euren Schatten und hrt es euch an, ich wette es gefllt dem ein oder anderen!
   
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