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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

LONG WALK HOME - Youism
Band LONG WALK HOME
Albumtitel Youism
Label/Vertrieb Danse Macabre/Alive
Homepage www.longwalkhomemusic.com
Verffentlichung 23.05.2008
Laufzeit 47:00 Minuten
Autor Christian Schfer
Bewertung 11 von 15 Punkten
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Neues gibt es immer wieder. Mit den sprichwrtlichen kotzenden Pferden lockt man ja keinen Hund mehr unter dem Auto hervor. Auf die Kndigung der CDU/CSU-Fhrungsriege und das Abtreten von Hartmut Mehdorn, Bldi Pocher und Mario Barth warten wir schon viel zu lange und an einen Lottogewinn in Millionenhhe glauben wir, Hand auf's Herz, eh' nicht mehr. Was gibt es noch Neues in diesen Tagen medialer bersttigung?
Ganz einfach: LONG WALK HOME aus Melbourne, Australien. Fern von jeglicher Wsten-, Koala-, und Ayers Rock-Romantik liefern diese vier Jungs nmlich echt neue, andere Musik. Die Bandgrnder Michael Robb (b, sagenhaft!) und Aidan McLaren (d) lernten bei einem Improvisationsprojekt an der Universitt ihrer Heimatstadt den Violonisten und Mandolinisten Jake Bovill kennen. Zusammen mit dem Geisteswissenschaftler (Student der Psychologie und Philosphie) und Countertenor Charles Canh grndeten sie LONG WALK HOME. Der androgyne Charles beschreibt LONG WALK HOME als eine Kollision. Eine Kollision zwischen Extremen, zwischen hart und sanft, Introversion und Extraversion. Zwischen mnnlich und weiblich. Ebenso extrem waren die Reaktionen auf die Musik der Band in ihrer Heimat. Groes Lob und fiese Verrisse prasselten auf die Jungs ein.
"Youism", so Aidan, "ist das Ticket, das uns aus Australien fortbringen sollte." Mit Suporttouren fr Gren wie MUDVAYNE und APOPTYGMA BERZERK war nach Auffassung der vier alles erreicht, was mit ihrer Musik auf australischem Boden zu gewinnen war. Und was ja, so unter uns gesagt, schon mal gar nicht schlecht ist. Jedenfalls verschlug es LONG WALK HOME vor einem Jahr (Mai 2007) nach Berlin, wo Danse Macabre das in Australien bereits verffentlichte "Youism" in diesen Tagen mit einem exklusiven Bonustrack wiederverffentlicht. Zu hren gibt's hierauf Indierock, Avantgarde, melancholischen Pop und teils tief schrfende, erfreulich unpathetische Texte ber Liebe, Verlust, Identitt. Schwermut ist hier ein immer wiederkehrendes Moment, ebenso wie der Wunsch nach Freiheit, der immer wieder artikuliert wird.
Und all das ohne einen einzigen Gitarrenton. Eine echte Neuigkeit. Ich bin geradezu begeistert, wie Michael und Jake die sonst immer vorhandene Gitarre durch durch geniales Bass- und Violine- bzw. Mandolinespiel ersetzen. Da die beiden die nicht vorhandene Gitarre so genial kompensieren, ist "Youism" nur fr Instrumentalfetischisten eine wirklich spannende Sache. Der gemeine Musikkonsument, jener also, welcher sich aus dem Radio mit drger, konzernkalkulierter Kacke berschwmmen lsst, bemerkt nicht den Unterschied. Und achtet nicht auf Texte. Fr ihn ist "Youism" also keine kleine Revolution. Daher gibt's nicht mehr als 'ne wohlgemeinte, jedoch steigerungsfhige 2. Bleibt nur zu hoffen, dass der Verzicht auf Gitarren nicht nicht zum neuen Trend wird!
   
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