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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

XERÍON - Nocturnal Misantropía
Band XERÍON
Albumtitel Nocturnal Misantropía
Label/Vertrieb Schwarzdorn Productions
Homepage www.otronodexerion.com
Veröffentlichung 28.03.2008
Laufzeit 34:28 Minuten
Autor Andre Kreuz
Bewertung 9 von 15 Punkten
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Der Name XERÍON entstammt der keltischen, galicischen Mythologie und dahinter verbirgt sich eine ursprünglich 2001 als Solo-Projekt von Nocturno gestartete Black-Metal-Band aus Spanien. Auch wenn der Mann mit seinem Pseudonym ganz sicher keinen Innovationspreis abstauben wird, konnte er nach drei Demos weitere Mitglieder um sich scharen, mit denen dann verschiedene Split-CDs mit anderen Underground-Rabauken eingetütet wurden.
Ende 2006 enstand schließlich das erste vollwertige Album "Nocturnal Misantropía", dem sich 2007 Schwarzdorn Productions annahmen. Und das zu Recht! Auch wenn die Band mit der Suche nach der eigenen Identität sicher noch nicht am Ende ist, so kann sie auf ihrem Debüt durchaus einige Akzente setzen und sich von der Masse abheben. Bereits der 2-minütige Opener "Akelarre" lässt mit der im Black-Metal-Fundament eingegossenen Flöte, die von Nocturno himself gespielt wird, aufhorchen. Dunkler und flotter mit dezenten Keyboard-Folgen, teils im schaurig-schönen Orgel-Sound, geht es mit dem Titeltrack weiter. 34:28 Minuten sind für ein Album nicht furchtbar lang, deswegen stört dann "Ate A Morte..." mit seinen perkussiven Glocken-Schlägen noch mehr, als es sowieso schon tut. Kategorie: überflüssig. Mit schönen schwarzen Harmonien, die im Kontrast zum Gekeife Nocturnos stehen, wird man mit "Na Traza Esotérica Do Ar Invisible" aber schnell wieder entschädigt. Nach dem größtenteils gemächlichen "Aqueles Que Nos Deixan Atrás" stellt "No Pazo Derruido Da Existencia" den Höhepunkt auf "Nocturnal Misantropía": tolle Melodien, die eine düstere Melancholie verströmen, lassen vor dem inneren Auge Bilder von desolaten, menschenleeren und unantastbar schönen Landschaften entstehen. Würdig beendet wird das Debüt zuböserletzt mit "No Val Do Silencio".
Zu meckern gibts bei XERÍON unterm Strich nicht viel, außer dass die Spielzeit schwer kurz ausgefallen ist, die Songs hier und da noch etwas mehr Biss haben könnten und der Sound etwas dünn daher kommt. Ansonsten haben die Spanier aber sieben echte Black-/Pagan-Metal-Hymnen auf ihrem Debüt verewigt, die vor allem in den getragenen Momenten und beim spärlichen Einsatz des Keyboards ihre erhabene Schönheit zu versprühen wissen. Auf der CD wird übrigens auch ein Video zum Titeltrack zu finden sein; wer die Spanier vorher antesten will, kann das mit einigen Hörproben auf deren schön gemachter Homepage tun.
   
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