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SAATTUE, was auf finnisch so viel wie "Prozession" bedeutet, schwingen seit 2001 den metallischen Hammer. Während andere bei Bands aus Finnland verklärte Augen bekommen, habe ich mit der meisten Mucke aus dem Land der tausend Seen nie viel anfangen können. Aber eins vorweg: "Jäähyvästi" ist mit seinen durchweg finnischen Titel zwar eine Katastrophe zum tippern, musikalisch aber über jeden Zweifel erhaben! Nach zwei in Eigenregie veröffentlichten EPs sah es bei erneuten Aufnahmen 2007 so aus, als müsste erneut eine EP ran. Doch Spinefarm bekamen Wind von den Qualitäten des mit drei Gitarren bestückten Sextetts und so wurde aus der EP das genau 51 Minuten lange Debüt "Jäähyvästi". Der Doom regiert auf dem mit einfachem aber stilvollen Artwork verzierten Silberling, wobei sich durch die zu den harten Vocals stoßenden Growls auch eine Ladung Death ausmachen lässt. Man sollte meinen, dass man mit drei Gitarren im Rücken ordentlich Schub bringen kann, und genau das machen SAATTUE auch: Gewaltig rollen die Riffs aus den Boxen und zermalmen alles in ihrer Bahn, gute Laune inklusive. Denn für Finnland scheinbar typisch wird eine bittersüße Traurigkeit vermittelt, die einen packt und bei intensivem Hörgenuss nicht mehr los lässt. Wobei man bei schleppenden Brechern wie dem Titeltrack mit seinen melancholischen Melodiebögen, klaren Gitarrenparts und zarten Leads auch gar nicht losgelassen werden will. Mit Ines Lukkanen haben SAATTUE eine superbe Gastsängerin dabei, die fernab gothischem Geträller in eher mittleren Tonlagen perfekt zu Songs wie "Vieraaseen Multaan", "Hyiseen Veteen" oder dem die 10-Minuten-Grenze sprengenden Depri-Trip "Varjojen Saattue" passt. Besonders letzterer Track hat es mir angetan, dieser ergreifende, todtraurige Refrain lässt ein ums andere Mal Bilder der eigenen Beerdigung vor dem inneren Auge erstehen. Auch der zum Mitbrüllen animierende Refrain von "Kaaosmaa" bleibt nachhaltig im Gehör hängen. Vereinzelt und sehr, sehr dezent bekommt man im düsteren Soundbild der Finnen als Grabbeigabe Keyboards zu hören, die ebenso wie die selten auftauchenden akustischen Klampfen oder die eher ruhigen Breaks weiter für Abwechslung sorgen. Nicht, dass ich durch SAATTUEs "Jäähyvästi" zum glühenden Finnland-Anhänger geworden wäre, aber dieses Album hat es in sich. Zeitgemäßer, harter Doom, bei dem jeder Durchlauf neue Details entdecken lässt. Für ein Debüt beeindruckend und mit Sicherheit noch mit viel Luft nach oben! |
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