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Mit ihrem Comebackalbum "The Art Of Navigating By The Stars" haben sich die Süddeutschen Prog-Urgesteine ein schier unüberwindbares Monument gesetzt. Ein derart ausgereiftes und wahrhaft perfektes Stück Musik hätten sich die Fans wohl nicht zu wünschen gewagt. Es stand also damals schon fest, dass es unheimlich schwierig werden würde an diese Ausnahmeplatte anzuknüpfen. "Paramount" stellt sich nun unweigerlich diesem auftauchenden Vergleich, quasi der Konkurrenz seines Vorgängers, und ja, es bietet ihm erstaunlich gut Paroli. Ob es nun sinnvoll ist oder nicht, beide Platten in einem konkurrierenden Verhältnis zu sehen, sei mal dahin gestellt. Als Fan ist es jedenfalls nicht leicht nach einer Scheibe wie "The Art..." völlig unbefangen an die Sache ranzugehen. Daher gilt es dem Werk zunächst einige Komplettdurchläufe zu geben, bevor man sich ein Vergleichsurteil bilden sollte. Danach steht aber fest: "Paramount" ist klasse! Ein Album, wie es nur diese eine Band hätte schreiben können, musikalisch und technisch perfekt, mit Melodien, die in dieser manchmal trostlos eintönig gewordenen Musikwelt, wie wahre Offenbarungen wirken und eher schmeicheln, als mit Überheblichkeit und Arroganz zu protzen. Natürlich trägt Sänger Arno Menses wiedermal einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu dieser Ausnahmestellung des Albums bei. Seine Stimme hat ein Charisma, welches die Stücke nicht nur vorträgt sondern mit Leben füllt und zu SIEGES EVEN passt wie keine andere. Auf der anderen Seite erwartet den Hörer erneut eine regelrechte Achterbahnfahrt an Musikalität. Es treffen vertrackte Arrangements auf packende Grooves, eingängige Hooklines auf völlig unerwartete Breaks, straighte Rocker auf schwerelose, schwebende Passagen. Alles hat seinen Platz, alles seine Daseinsberechtigung. SIEGES EVEN gelingt es all diese verschiedenen Aspekte oft gar in einem einzigen Stück zu kombinieren, ohne dass es gekünstelt wirkt. Man höre nur den Opener "When Alpha And Omega Collide", das treibende "Tidal" mit seiner fantastischen Chorusmelodie oder die sanftmütige Ballade "Eyes Wide Open". "Iconic" schlägt wiederum etwas poppigere Töne an, wo hingegen "Mounting Castles In The Blood Red Sky" die berühmte "I have a dream"-Rede Martin Luther Kings in einem aussagekräftigen Instrumental verarbeitet. Ein tragender Baustein des SIEGES EVEN Sounds ist wiedermal das typische cleane Gitarrenspiel von Markus Steffen, welches jedoch häufiger als auf dem Vorgänger mit verzerrten Klampfen ergänzt wird und in der makellosen Produktion exzellent zur Geltung kommt. Es handelt sich erneut um ein Album voller unterschiedlichster Facette und Akzente, die es für alle Fans zu erkunden gilt. Diese Band ist einfach einzigartig und folglich lässt sich "Paramount", wie auch der Vorgänger, mit kaum einer anderen Platte des Genres vergleichen. Aber um auf den eingangs erwähnten Verglich zurück zu kommen, so ist das aktuelle Werk zwar wirklich großartig, doch auf keinen Fall besser als "The Art Of Navigating By The Stars". Man könnte sagen, es handelt sich um den würdigen Nachfolger eines nicht zu toppenden Meisterwerks. Und ehrlich gesagt finde ich das auch gut so. Danke für diese Platte! |
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