|
|
|
|
|
|
|
|
|
Hm, soso, Roadrunner bringt also eine Compilation raus, die wohl so eine Art Überblick über das Label geben soll. Eigentlich stehe ich solchen Dingen ja sehr skeptisch gegenüber, zumal das ganze meines Wissens nach auch noch zum Vollpreis verkauft werden soll. Beim Blick auf die Playlist fällt zuerst einmal positiv auf, dass Roadrunner sich nicht auf die Bands der letzten Jahre (also die, die auf der Nu Metal Welle fleißig und durchaus oben mitreiten) beschränkt hat. Es gibt Songs von Obituary, Deicide, Nailbomb oder King Diamond, die zwar alle nicht exklusiv oder ähnliches sind, was die Qualität von Bands wie Obituary aber kaum abschwächt (warum hat es nach denen niemand mehr hinbekommen so einen Sound so geil zu spielen?). Allerdings gibt's auch ein par rare Sachen, B-Seiten etc., z.B. besinnt sich Max Cavalera mal wieder auf seine Hardcore-Roots und covert mit Soulfly "The possibilities of life's destruction" von den Urkrusten Discharge, und zwar richtig rotzig, wie sich das gehört! Glassjaw vergreifen sich durchaus gelungen an Youth Of Today's "Modern love stroy", obwohl ich jetzt leider keine vergleichende Bewertung abgeben kann, da ich die "regulären" Sachen von Glassjaw nicht kenne. Klingt aber so gesehen ganz cool, Youth Crew Straight Edge eben, mit schön rumpligen Sound, obwohl ich kaum glaube, dass dass dem normalen Sound der Band in irgendeiner Weise entspricht. Machine Head covern sogar allen Ernstes "Negative creep" von Nirvana, was aufgrund von Rob Flynn's ja durchaus charismatischer Stimme sogar ziemlich cool klingt. Chirmaira drehen "Fascination street" von The Cure durch den Nu Metal-Wolf und verleihen dem Song dadurch einige neuen Nuancen, obwohl sie wahrscheinlich dafür jetzt jeder Cure-Fan weltweit am nächsten Baum aufknüpfen möchte. Auch von Slipknot, Ill Nino und ähnlichem gibt's einige B-Seiten, andere Mixes usw. Unterm Strich finde ich diesen Sampler eigentlich sehr gelungen. Die Mischung aus bewährt Gutem und Exklusivem stimmt, und es wird deutlich, dass Roadrunner im Laufe der Jahre schon einiges an verdammt gutem Zeug auf den Markt geworfen hat. Außerdem dürfte die CD gerade der neueren RR-Zielgruppe näher bringen, dass es Fear Factory schon gab, bevor sie bei Rock am Ring gespielt haben (und meiner Meinung nach zu dieser Zeit viel besser waren) und dass Obituary an Groove noch 90% der vertretenen Nu Metal Bands locker in den Sack stecken. Ein Kritikpunkt von meiner Seite ist trotzdem noch die Unterpräsenz älterer Sachen. An Stelle von Nullnummern wie Murder Dolls oder Stone Sour hätte man beispielsweise Suffocation auf jeden Fall auf den Sampler nehmen müssen, denn obwohl diese Band nie der Megaseller war, haben sie mehr Bands beeinflusst und gelten in den entsprechenden Kreisen heute noch also absolute Götter (völlig zurecht!), während man Murder Dolls und Stone Sour in 10 Jahren wohl eher als Auswüchse der Langeweile einiger Slipknot-Musiker in Erinnerung haben wird. Das soll aber nicht heißen, dass alle vertretenen modernen Bands Schrott sind, Spineshank, Slipknot oder Killswitch Engage zeugen auf jeden Fall von der Qualität vieler RR-Veröffentlichungen. Empfehlenswerte Anschaffung für jene, die sich einen groben Überblick über das Label verschaffen wollen und jene, die einfach eine abwechslungsreiche CD mir vielen sehr guten Songs hören möchten. |
|
|
|