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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

MANOWAR - Gods Of War
Band MANOWAR
Albumtitel Gods Of War
Label/Vertrieb SPV / Magic Circle Records
Homepage www.manowar.com
Verffentlichung 23.02.2007
Laufzeit 74:44 Minuten
Autor John Schmitz
Bewertung 6 von 15 Punkten
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MANOWAR haben ihre Fans 5 Jahre auf ein neues Studioalbum warten lassen. Zwischenzeitlich schien es so, als wrde Bandboss Joey DeMaio lieber ausschlielich auf DVDs setzen, anstatt sich um neuen Stoff zu kmmern. So wurden die Wartezweiten zwischen den einzelnen Alben immer lnger. Auch das letzte Album "Warriors Of The World", das 2002 erschien, hatte lange auf sich warten lassen und wusste bei Weitem nicht auf ganzer Linie zu berzeugen. Umso gespannter darf man nun dem aktuellen Opus "Gods Of War" gegenbertreten, das von DeMaio als eine Grotat und als das Beste von MANOWAR angekndigt wurde. Nun zu den Fakten. Legt man "Gods Of War" ein, so wird man zunchst einmal positiv berrascht. Das Werk bersteigt die 70 Minuten Grenze. Aber auf 120 mintigen Konzerten der Band gibt es auch nur 50 Minuten Musik, weil DeMaio 70 Minuten Reden schwingt. Was also bietet die neue CD unterm Strich? Los geht es mit "Overture To The Hymn Of The Immortal Warriors?, ein langer Instrumentalsong, der ausschlielich mit klassischer Orchesterinstrumentierung komponiert wurde. Hier hat DeMaios Lieblingskomponist Richard Wagner den gedanklichen Paten abgegeben. Da "Gods Of War" thematisch eine Hommage an Odin, Gott der nordischen Mythologie darstellt, passt dieser pompse Auftakt recht gut. Allerdings ist die Nummer reichlich langweilig und hat schlichtweg keine guten Melodien am Start. Es klingt so, als htte man einfach mit den Mglichkeiten eines teueren Orchesterprogramms rumgespielt. Musikalisch ist das Ganze jedenfalls nicht sehr aufregend. Da ist das Intro zu "The Odyssee" von SYMPHONY X aber eine ganz andere kompositorische Liga! Weiter geht es mit "The Ascension", das ebenfalls klassisch-bombastisch startet und gegen Ende eine Art gesangliches Intro parat hlt. Klingt gut und baut Stimmung auf, besonders, weil Adams seine Stimmbnder schwingen lsst. Der Mann ist halt einfach genial! Dennoch ist der Track auch nichts anderes als ein Intro, das dann in das bekannte "Kings Of Kings" bergeht. Dieser Song spiegelt exakt die Entwicklung MANOWARS in den letzten 15 Jahren wider: weg von mrderisch guten Hooklines und super Riffs der Anfangstage bis zu "Kings Of Metal", hin zum simplen, geradlinigen, proletarischen Stumpfsinn. Au weh, das ist langweilig und von MANOWAR bereits zigmal gehrt. Mitten im Song kommt dann der Erzhler (mit verfremdeter Stimme) erstmals zum Einsatz. "Army Of The Dead, Part I" beginnt mit "Ah-Chren" aus dem PC, bevor ein A-capella-Chor einsetzt. Dieser wurde von Adams in einer Stimme eingesungen und ich wette, dass die restlichen Stimmen mit dem Computer generiert wurden. Pfui! Der Erzhler leitet in "Sleipnir" ein, das zwar endlich mal wieder ein normaler Song ist, aber leider berhaupt nicht berzeugen kann. Der Chorus ist so aufgesetzt, vorhersehbar und mit "Ahh-Chren" untermalt, dass es einem graust. Wo bleiben denn die guten Ideen??? Oha, es geht direkt mit einem richtigen Song ohne Intro und Erzhler weiter. Nur ist "Loki God OF Fire" bliche MANOWAR Kost der Neuzeit. Simpel und ohne magische Vibes. Schade! Die Ballade "Blood Brothers" fhrt weiter durch die Geschichte Odins. Hier ist fr mich endgltig das Ende der Fahnenstange erreicht. Diese Nummer ist dermaen kitschig und schnulzig, dass jeder Schlagerparade mehr Eier hat. Gott wie peinlich!!! Nun mssen wir uns beim orchestralen Instrumental "Overture To Odin" und bei der Hrspielpassage "The Blood Of Odin" geduldig zeigen, da es ca. 10 Minuten dauert bis endlich wieder Metal in Form von "Sons Of Odin" erklingt. Dieser Tracks ist gut gelungen, auch wenn er von der Akkordfhrung stark an "Warriors Of The World United" erinnert. "Glory Majesty Unity" ist dann einfach nur noch peinlich. Da haben die Amis dann tatschlich alte Aufnahmen vom Erzhler (der Name ist mir gerade entfallen) von "The Warriors Prayer" ausgegraben und auf die Odin-Geschichte zugeschnitten. "The Warriors Prayer" wird noch mal brav vorgebetet und die Berserker beten nach. Leck mich am Besen, das ist mehr als fragwrdig. Wenigsten geht es mit "Gods Of War" gut weiter, denn das Teil ist neben "Sons Of Odin" das Highlight der Scheibe. "Army Of The Dead, Part II" macht da weiter wo Teil 1 aufhrte und ist somit verzichtbar. Jetzt geht es dem Ende entgegen. "Odin" bildet den letzten richtigen Metalsong und ist mit seiner getragenen Stimmung etwas unspektakulr. Das wirklich letzte Stck der Konzeptscheibe ist "Hymn Of The Immortal Warriors" und endet angemessen bombastisch und episch mit Orgel, Chor, Pauken und Becken. Schlielich steht dann noch der Bonus Track "Die For Metal" an, der mehr durch seine unfreiwillige Komik als durch seine Musik glnzt.
Fazit: "Gods Of War" ist ein sehr engagiertes Werk der Amis, das garantiert sehr viel Arbeit und Herzblut gekostet hat. Ich will gar nicht ber die vielen Erzhlpassagen meckern, die man nach einmaligem Hren sowieso wegdrckt. Auch die (langweiligen) orchestralen Teile passen gut zum Kontext, auch wenn sie verzichtbar sind. Unterm Strich bleiben sieben Tracks brig (alten MANOWAR Platten hatten auch nicht mehr), die es zu bewerten gilt. Hier liegt jedoch der Hase im Pfeffer. MANOWAR sind im Laufe der Zeit immer geradliniger und einfacher in ihrer Musik geworden. Vor allem das uninspirierte Gitarrenspiel von Karl Logan ist am meisten zu kritisieren. Der Mann spielt so einfallslos, dass es eine Schande ist. Auch bei seinen Soli spielt er einfach nur die Skalen rauf und runter, ohne jedes Gefhl. Zudem klingen seine Figuren stets leicht schepp. Technisches Knnen ist halt nicht alles. Musik lebt von Gefhl und Inspiration und diese fehlt mir bei den letzten drei Studioplatten total. Vergleicht doch mal alte Tracks wie "Blood Of My Enemies", "Thor", "Battle Hymns" oder "Gates Of Valhalla", die thematisch dasselbe Feld beackern, mit den Tracks von "Gods Of War". Mehr braucht man nicht zu sagen. Und dass auf der EP "The Sons Of Odin" bereits fnf Tracks des Albums zu finden sind, trgt auch nicht gerade zur Zufriedenheit bei.
   
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