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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

KNORKATOR - Das nächste Album aller Zeiten
Band KNORKATOR
Albumtitel Das nächste Album aller Zeiten
Label/Vertrieb Nuclear Blast Records
Homepage www.knorkator.de
Veröffentlichung 02.02.2007
Laufzeit 41:16 Minuten
Autor David Lang
Bewertung 13 von 15 Punkten
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"Hinten hat der Fuchs die Eier" sollte es zunächst heißen, das mittlerweile fünfte Album "Deutschlands meister Band der Welt". Wäre lustig gewesen, aber auch irgendwie unpassend zum Humor der Berliner. "Das nächste Album aller Zeiten" heißt es jetzt und liegt damit schon allein vom Namen her wesentlich näher am knorken Adelstitel.
Und gut ist es geworden, soviel schon mal gleich vorweg.
Würde ich jetzt hier beginnen von Knorkator zu schwärmen, der Rahmen einer Rezension (wenn nicht gar einer Website) wäre gesprengt, also flugs zu einer, wahrscheinlich nicht ganz so objektiven, Kritik.
Los geht's mit "Alter Mann", einem Knaller vor dem Herrn, dem ein oder anderen womöglich schon u.a. durch Youtube oder das Myspace-Profil der Band bekannt. Großes Video auch!
Zunächst befremdlich abgehackt wirkende Strophen wechseln mit dem Mörder-Refrain und schenken dem Rezensenten spätestens beim fast schon obligatorischen Semi-Bombastmittelteil ein fettes Grinsen.
"Du Bist So Still" kann da nicht ganz mithalten, wenn auch hier einiges an feinen Melodien verbraten wurde. Der Refrain in sich bietet jedoch krasse Gegensätze die bei Knorkator allerdings, und das schaffen glaube ich nur die 5 (ja, Tim Beam und Nick Daniels sind nun fester Bestandteil der Band) "Matzeballen", wieder völlig stimmig klingen.
Das "Lied Vom Pferd" kann verwirren, wenn man den Titel vorher nicht gelesen hat (ratet mal, wie ich darauf komme), überzeugt musikalisch aber durch aus den Boxen triefenden Kitsch. Zwar nahe an der Grenze zum Schmalz, aber sehr schön.
Die, kaum merklich, überarbeitete Version des, von der Live-CD, bereits bekannten "Wir Werden Alle Sterben" macht auch nach dem hundertsten mal noch Spaß, während "Nur Mal Angenommen" vor allem durch die grandios intonierte Phrasierung der Strophen und seinen genialen Refrain begeistern kann. Der Text ist schwachsinnig und doch fast schon wieder philosophisch.
"Eigentum" könnte glatt von einer Darkwave Kapelle stammen, allerdings von einer, deren Alben ich lauschen würde. Hier ist der Text doch eher kritisch.
"Für Meine Fans" ist die etwas andere Hommage an... nun gut, das kann man sich denken. Großartig... solange Stumpen nicht seine eigenen meint.
"GV", der härteste Song der Platte kann bei mir nicht wirklich punkten, auch wenn der Text recht witzig ist. Man hat sich doch mittlerweile an die eher harmonisch agierenden Knorkatoren gewöhnt. Da passt dieser Modern-Metal Batzen kaum ins Programm.
Geld, auch dem ein oder anderen vielleicht von der DVD bekannt, ist ein absolutes Gourmet-Sahnestück. Super Text, klasse Gesangs-Harmonien und der Knorkator-typische Bombast.
Perfekt!
"Franz Hose" geht etwas an mir vorbei. Ob Stumpen hier wirklich französisch singt wage ich zu bezweifeln. Allein der Titel weckt diesbezüglich Skepsis. Musikalisch dennoch durchaus überdurchschnittlich.
"Symphonische Dichtung" beendet den Reigen bunter Melodeien dann rein instrumental und sehr... symphonisch halt.
Wer sich fragt, warum ich nicht näher auf www.einliebeslied.com (großes Tennis!) eingegangen bin, dem sei gesagt, dass dieses Lied (aus Verkaufsgründen? Immerhin eine Single. Auf die Spielzeit dürft ihr also noch mal 3:12 Minuten draufrechnen) nicht auf der Promoversion zu finden war. Was solls?! Ich kauf mir die Pladde ohnehin noch im Original, schließlich bekommt der frühe Vogel als Bonus zur Erstauflage noch eine exklusive Live-DVD.
Wer Knorkator bis jetzt mochte darf meines Erachtens blind zuschlagen, alle anderen sollten die Scheuklappen abnehmen und einer der innovativsten Bands unseres Landes eine Chance geben. DAS ist Abwechslung! DAS ist eigensinniger Humor! DAS ist Deutschlands älteste Boyband!
   
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