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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

PAIN OF SALVATION - Scarsick
Band PAIN OF SALVATION
Albumtitel Scarsick
Label/Vertrieb InsideOut Records
Homepage www.painofsalvation.com
Verffentlichung 19.01.2007
Laufzeit 67:52 Minuten
Autor Marek Schoppa
Bewertung 14 von 15 Punkten
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Nach dem groartigen Opus mit einem Konzept ber das Sein an sich, schliet die schwedische berband PAIN OF SALVATION erneut ein Kapitel ihrer Geschichte und blickt mit dem "BE"-Nachfolger "Scarsick" in eine neue und unerwartet straighte Zukunft. Gut drei Jahre haben Daniel Gildenlw und seine, momentan nur drei Mitstreiter an dem Material fr das siebente Studioalbum gearbeitet und auch ohne Basser Kristoffer Gildenlw ein Werk konzipiert, welches einem jeden wahren Fan wie eine Offenbarung erscheinen sollte. Oder etwa nicht? Schwierig eine Pauschalantwort auf diese Frage zu geben, denn wie bereits zur Verffentlichung von "BE" deuten sich erneut divergierende Fanmeinungen an. Sprich, die Einen werden diese Platte lieben, die Anderen werden sich mit Abscheu abwenden. PoS waren noch nie eine Band, die Musik fr das breite (Metal-) Publikum geschrieben hat, weshalb sich unser Hauptgrbler Gildenlw auch keinerlei Genregrenzen auferlegen brauchte. Doch warum sich "Scarsick" nicht aus jenem polarisierenden Spannungsfeld wird lsen knnen, liegt bereits beim ersten Hrdurchlauf auf der Hand. Neben wunderschnen und fast typischen Gnsehautmelodien ("Kingdom Of Loss" oder "Cribcaged"), den aufsehenerregenden polyrhythmischen Spielereien ("Mrs Modern Mother Mary", "America") und den zahlreich vertretenen PoS-Trademarks und Sounds, prsentieren die Schweden auf diesem Album sehr offenherzig ihren Hang zur Moderne, womit einige Hrer gewisse Probleme haben knnten. Viel zu leichtfertig wird man vorschnelle Urteile fllen ber die beiden, wohl bis dato ungewhnlichsten Stcke der Bandgeschichte: "Disco Queen" und "America". Ersterer berrascht mit einem Discobeat, der zu Beginn etwas an die BLOODHOUND GANG zu erinnern vermag, und "America", dass mit seiner aufgesetzten Frhlichkeit das ein oder andere Fragezeichen im Gesicht des Hrers hinterlassen wird. Bei "Spitfall" sticht der eindringliche Sprechgesang heraus und "Mrs Modern..." drhnt mit unerhrt fettem, zugleich heftig vertracktem Riffing. Aber im Ernst, wer aufgrund dessen behauptet, PoS wrden auf einmal Mainstream-HipHop-Musik machen, der hat sich einfach nicht die Mhe gemacht hinter die Fassade zu blicken, und hat mit Verlaub nicht verstanden, worum es bei dieser Band geht. Geschmcker mgen glcklicher Weise verschieden sein, doch als oberflchlich kann man ein Album aus der Feder Gildenlws niemals betiteln. Zwar liegen mir die Texte der Platte nicht vor, doch erste Hrinterpretationen lassen auf einen uerst kritischen Umgang mit der Welt des westlichen Kapitalismus deuten. Klingt aufgeblasen und hochgegriffen? Mitnichten. Gildenlw beschreibt vielmehr die Auswirkungen der heutigen Geistlosigkeit, mit der sich die modernen Menschen begegnen, der Geldgeilheit und des materiellen Overkills. Es zhlt nicht was du bist, sondern was du hast, das schwere Statussymbol am Handgelenk und die Silikontussi an der Seite. Es gibt also einiges zu deuten, zu durchleuchten und mitzudenken; wie immer. Ebenso verhlt es sich mit der Musik. Dieses Album ist durch und durch geprgt vom Geiste der Band; vielschichtig, detailverliebt trotz der etwas direkteren Ausrichtung, musikalisch auf hchstem Niveau und mit einer Produktion versehen, die besser und passender nicht sein knnte. Es ist quasi das Album, welches man in einer logischen Entwicklung erwarten konnte - PAIN OF SALVATION at it's best! Alles andere zu behaupten wre Humbug. Aber genug der (harten) Worte. Leute, Fans, kauft diese Platte, nehmt euch Zeit, geniet, leidet und schunkelt mit. Ihr werdet es nicht bereuen.
Amen.
   
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