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Aahhh, endlich, denk ich mir und lege mit großen Erwartungen den Silberling
ein. In den Berichten aus dem Studio war ja nur Gutes zu hören und so bin
ich doch mal sehr gespannt, was der olle Totengräber noch zu bieten hat.
Die Mannen um Frontsau Chris Boltendahl sind sicherlich eine der letzten
Größen der "alten" deutschen Metalszene, die in den 80ern für den Boom
unserer Musik verantwortlich waren. Schon damals spaltete der gute Chris
mit seinem extremen Gesang (kann man es so nennen?) die Anhängerschaft,
doch gute Scheiben hatten die Jungs immer. Nach dem großen Split zur
Jahrtausendwende, ging es für GRAVE DIGGER dann wieder aufwärts, ohne dass
man, meiner Meinung nach, aber die Qualität des genialen "Excalibur" Albums
nochmals so ganz erreicht hätte.
Die neue Scheiblette startet mit dem Titelsong. Dieser hat alles, was einen
guten Digger ausmacht. Fette Gitarre, bleischweres Tempo und Onkel
Boltendahls Reibeisenorgan. Guter Beginn, der mit "Ocean Of Blood"
fortgeführt wird. Aber dann, liebe Gemeinde, endlich!!! Als der
Dudelsack zu Beginn von "Highland Tears" erklingt, sind alle Zweifel
weggewischt. Ich sprinte die Treppe rauf, reiße meiner Tochter die
Spielzeugtrompete aus der Hand und ab geht's. Endlich wieder dieses
Feeling, nach Schottland und altem Gemäuer. "Highland Tears" wird ein
Klassiker, versprochen. Aber, und das wird die Digger-Gemeinde freuen, es
ist auch ein Nachfolger für "Rebellion" gefunden! Ja, "Silent Revolution"
hat all das, was den Kultsongs der Friedhöfler ausmacht und wird diesen in
naher Zukunft aus dem Zugabenteil ablösen.
Dazu gibt es mit "The Terrible One" noch einen knochentrockenen Knaller und
mit "Until The Last King Died" einen recht sperrigen Stampfer, welcher aber
seine Qualitäten bei mehrmaligem Hören total entfaltet. Die abschließende
Ballade "Massada", mit ihren orientalischen Einflüssen, ist ungewöhnlich,
aber bärenstark ausgefallen. Ebenso hätte es der Bonustrack des Digipacks,
"Ship Of Hope" auch auf das normale Album schaffen sollen. Und damit wären
wir beim Punkt. Wären wir mit diesen 9 Songs und 50 Minuten Spielzeit am
Ende, würde ich die glatte Eins ziehen. Doch letztendlich hat man mit
"Shadowland" und "Forecourt Of Hell" noch zwei schwächere Songs am Start,
die das Niveau des genialen Restmaterials nicht halten können.
Tolle Melodien, fette Produktion, exzellente Gitarrenarbeit und Gräber
Chris in Topform, was willst du mehr, wenn du auf geilen, traditionellen
Heavy Metal stehst?!
Von mir ein dickes Lob an diese Institution des deutschen Metals. Jungs,
grabt weiter! |
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