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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

PHÖNIX RISING - I
Band PHÖNIX RISING
Albumtitel I
Label/Vertrieb Sound Guerilla / DA Music
Homepage www.phoenix-rising.de
Veröffentlichung 22.09.2006
Laufzeit 40:38 Minuten
Autor Sönke Hansen
Bewertung 7 von 15 Punkten
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PHÖNIX RISING sind ein typisches Beispiel für "Gut Ding will Weile haben". So sieht das spartanische schwarz/weiß Cover-"Kunstwerk" mit dem Bandlogo, dem wirklich mal kurzen und nicht sehr innovativem Albumtitel und einem kleinen Muskelprotz mit Flügeln wirklich sehr spröde aus. Manchmal soll weniger mehr zu sein, doch die gesamte optische Seite kommt eher karg rüber. Es regiert viel schwarze Fläche (was bei 'ner schwarzmetallischen Combo ja noch in Ordnung wäre) und die Gesichter der einzelnen Musiker im Einzel- oder Gruppenformat. Und alles sieht ein bisschen nach Photoshop aus.
Dementsprechend sind dann natürlich auch die Erwartungen an das akustische Schaffen der Band. In der Info wird diese als Mische aus Accept und Ozzy beschrieben. Zumindest vom Klang her kann "I" mit den ganz alten Sachen jener Bands mithalten, denn der klingt echt nicht berauschend - geht aber noch in Ordnung, man ist ja schließlich so einiges gewöhnt.
Aber horcht! Das klingt aber fein! CD-Heftchen verbrannt und erstmal an den Sound gewöhnt klingt es hier tatsächlich nach gutem, altem Heavy Metal irgendwo zwischen... ja, zwischen Accept und Ozzy - tatsächlich. Die Stimme (rein technisch auch nicht das Gelbe vom Ei) tendiert dabei eher stark zu letzterem, und die Platte rockt an sich ganz gut. Die Songs klingen erfrischend alt, sehr unkompliziert im Aufbau und mit echtem 80er-Feeling inklusive. Zwar hätten ein paar Nummern etwas mehr Abwechslung vertragen können, aber diese Band will eh nicht den Grammy für Innovation, Fantasie oder Zeitgeist gewinnen, geschweige denn für coole Frisuren. Denen geht es scheinbar nur darum, die Musik zu fabrizieren, die sie selber gerne hören. Das verdient schon Respekt und Lob. Aber hätten sie die ganze Sache nur ein Quäntchen ernster genommen, mehr in Klangqualität und Design investiert und noch ein wenig an der gesanglichen Ton-Treffsicherheit und an den Instrumenten geübt - kurz: Dem Ding mehr Weile gegeben -, dann hätte man eine saubere Scheibe mit Aussicht auf Erfolg gehabt. So bleibt es leider bei einer jener, die nicht im CD-Regal stören, aber gerne auch mal zustauben. Nur was für wirklich harte Fans des Heavy Metals aus alten Tagen, die aber auch wirklich alles haben müssen.
   
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