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Man könnte glauben, hinter dem Namen verberge sich eine weitere, schnöde Goth-Rock Combo. Doch schon der Opener von "The Diarist" belehrt eines besseren, denn die Italiener spielen eher heftigen Metal mit satten Melodien, quasi den momentan allseits beliebten Schweden-Death. Diesmal eben nur aus dem sonnigen Italien. Doch dabei belässt es das Quartett nicht an kulturellen Übergriffen. Des Sängers Vorliebe für russische Geschichte und den mit ihr verknüpften Kriegen, sorgt für ein entsprechendes lyrisches Konzept, welches sich unter anderem in Titeln wie "Pulkovo Meridian" oder "Heart Of Leningrad" (eines der klaren Highlights der Platte) offensichtlich manifestiert. Im Zuge dessen erweitert die Combo ihren Sound mit Samples diverser Politikerreden, sehr theatralischen, THERION-ähnlichen Chören und Streichereinlagen, die ihr Ziel keines Falls verfehlen und die allgegenwärtige leicht melancholische Atmosphäre passend unterstreichen. Man beachte den superben Übergang im Beginn von "Motherland", welches von einem volksliedähnlichen Intro der 30er Jahre in den eigentlichen Song eingeleitet wird. Klingt wirklich gut; als sei jene Musik dafür gemacht worden in den Song eingebaut zu werden. Hätte man diese Elemente jedoch etwas konsequenter genutzt und noch prägnanter mit dem Sound verwoben, wäre "The Diarist" definitiv eines der stärkeren Alben dieses Jahres geworden. So wird man zwar die Aufmerksamkeit einiger Hörer auf sich ziehen können, doch läuft zugleich Gefahr in der Flut der fast schon penetrant, da gleichförmig, musizierenden Elchtod-Kapellen unterzugehen, was wirklich schade wäre, mit einem interessanten und tiefgründigen Konzept wie diesem. Die typischen Melodiebögen und das Riffing klingen oft nämlich recht bekannt und wurden auch von vielen anderen Kapellen verwurstet. Man möchte trotzdem hoffen, dass die Band mit diesem Album zur rechten Zeit am rechten Ort ist und Fans dieser Musikrichtung auf sich aufmerksam machen kann. Was die Produktion angeht, gibt es da noch kleine Abzüge in der B-Note. Etwas zu drucklos ist das Ganze ausgefallen und die getriggerte Snare nervt zuweilen sogar ein wenig. Im Endeffekt jedoch trotzdem ein nettes Album mit Ambition und Herzblut. |
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