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08. September 2010 - Uhr
 
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NOVEMBRE - Materia
Band: NOVEMBRE
Albumtitel: Materia
Label/Vertrieb: Peaceville Records
Website: www.novembre.ws
Veröffentlichung: 19.05.2006
Laufzeit: 68:03 Minuten
Autor: Andreas Kind
Bewertung: 10 von 15 Punkten
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Es ist Mai, die Temperaturen steigen und die Sonne lässt sich immer öfter blicken. Beste Voraussetzungen also für ein melancholisches Scheibchen wie NOVEMBREs "Materia"...
Also Rolladen runter, Licht aus, Mucke an. Und siehe da, die Italiener schaffen es mit ihrem beinahe einzigartigen Gothic/Dark/Atmospheric Metal grundtraurige Stimmung aufkommen zu lassen. Auf ihrem Debüt-Album für die altehrwürdigen Peaceville Records und auf ihrem fünften Werk insgesamt herrscht wieder Düsternis pur, umgesetzt von nur drei Mannen. Im Prinzip schon Metal, zeigen sich NOVEMBRE aber auch gerne bereit, eher gemäßigtere Töne anzuschlagen oder mal die sanfte Rock-Keule zu schwingen. Auch klare Gitarren und akustische Intermezzi werden gerne genommen, so dass "Materia" im Gegensatz zum kalten Feeling des gelungenen Cover-Artworks sehr warm und ausdrucksstark tönt. Die satte Produktion tut ihr übriges dazu. Am Gesang (teils auf italienisch) könnten sich die Geister scheiden, da Carmelo offenbar einen latenten Hang zum Weinerlichen hat. Passt ja prinzipiell zur Musik, kann mitunter durch die nasale, nuschelnde und teils recht kraftlose Art ziemlich nerven. Da nützt auch die Dopplung der Vocals nicht viel. Dankenswerterweise zeigt der Mann aber oft genug, dass es auch anders, sprich kraftvoll geht. Wenn dann wie bspw. im Harmonie-Hammer "Aquamarine" noch schwarzes Gekeife dazu kommt, bin ich fast wieder versöhnt. Auch das Anziehen des Tempos als Kontrast zu vielen ruhigen Momenten, herrlich verträumten Melodien und anschmiegsamen Soli hat seinen Reize.
Insgesamt ist "Materia" mit seinen knappen 70 Minuten vielleicht etwas zu lang ausgefallen, da die Trostlosigkeit NOVEMBREs auf Dauer durchaus aufs Gemüt zu schlagen weiß. In der richtigen Stimmung genossen offenbart sich auf dem jüngsten Werk aber ein dunkel-romantischer Trauer-Trip, der immer wieder mit unerwarteten Wendungen überraschen kann. Mit "The Promise" hat man zudem noch ein Cover von Arcadia (Mitglieder von Duran Duran) auf die Scheibe gebannt, das wunderbar mit den Eigenkompositionen harmoniert.
   
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