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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

INTEGRITY - Palm Sunday
Band INTEGRITY
Albumtitel Palm Sunday
Label/Vertrieb Spook City Records
Homepage www.dwidhellion.com
Verffentlichung 21.04.2006
Laufzeit 28:17 Minuten
Autor Thomas Roos
Bewertung 6 von 15 Punkten
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Der Palmsonntag ist bei Verffentlichung zwar schon fast zwei Wochen vorbei, aber der Titel beruht auch darauf, dass es sich um einen Live-Mitschnitt vom 12.04.1992, dem damaligen Palmsonntag, aus dem Peabodys in Cleveland handelt. Whrend die Band damals noch in ihrem original Line-Up bestand und wohl auf ihrem Hhepunkt war, ist dieser mittlerweile schon lange berschritten und Integrity zu einer Ein-Mann-Show ihres Frontmanns Dwid mutiert. Was in den letzten Jahren so abgeliefert wurde war oftmals sehr fragwrdig und nur noch ein trauriges Abbild der Vergangenheit, wobei jedoch das letzte Album "To Die For" wiederum uerst respektiert ist und zeigte, dass Dwid sein Pulver doch nicht ganz verschossen hat. In letzter Zeit konzentriert er sich aber eher auf das Aufwrmen alter Sachen, was sowohl fr alte Hasen als auch fr Neueinsteiger auf ihre jeweilige Weise von Interesse ist oder zumindest sein kann. Integrity sind ja irgendwie schon legendr und haben in der Szene einen Status wie kaum eine andere Band, die nicht irgendwann kommerziellere Wege eingeschlagen hat. Schlielich sind sie die Vorreiter des berchtigten Cleveland-Sounds, der schon sehr frh den Old School Hardcore mit dsteren Metal-Elementen verschmolz. Zudem bildeten sie nicht nur mit ihrer fiesen und gemeinen Musik den negativen Gegenpol zur positiven Youth-Crew-Bewegung oder dem Unity-Gedanken. Trotzdem fragt es sich, wie viel Sinn die Verffentlichung alter Sachen wirklich macht.
So auch im Falle von "Palm Sunday". Als ich mir erst die CD anhrte htte ich fast die Hnde ber dem Kopf zusammengeschlagen. Einen Live-Mitschnitt in einer solch miesen Tonqualitt braucht wirklich kein Mensch. Die Aufnahme wurde damals ja auch sicher nicht mit der Intention gemacht, sie vierzehn Jahre spter offiziell und gewinnbringend zu verffentlichen. Das hat daher auch lediglich Bootleg-Format.
Durch das Betrachten der beiliegenden DVD relativierte sich mein Entsetzen aber wieder. Hier wird das bereits Gehrte nmlich visuell untersttzt. Natrlich handelt es sich auch hier um keine Aufzeichnung in hchster Bildqualitt oder mit vermeintlicher Professionalitt, aber in dem Fall ist das auch gut so, da dies wirklich authentisch ist und der Intention, einen Einblick in die damalige Bandphase zu ermglichen, eher zugute kommt als alles andere. Die Show ist auch ziemlich cool, Dwid wirkt sehr charismatisch und wird nicht mde, die "Cleveland Motherfuckers" als die gewaltttigsten berhaupt zu loben. Wer das heute hrt, sollte aber bedenken, dass es sich damals um eine ganz andere Zeit handelte, sonst knnte man sich falsche Vorstellungen machen.
Fr einen Einblick ist die DVD also schon voll in Ordnung. Auerdem gibt es noch ein cooles Video zu "Contrast Of Sin". Echt nicht schlecht. Aber da es sich lediglich um eine Beilage zur CD handelt, ist das im Gesamten eigentlich unntig, zumal man auf der schlechten CD ja auch nur das zu hren bekommt, was man auch auf der DVD hat. Da htte Dwid besser nur eine reine DVD gemacht. Wenn berhaupt, denn mit "Always Is Always Forever" ist ja gerade erst eine am Start. Vielleicht wollte er daneben nicht noch eine zweite raus bringen und versucht das nun auf der Schiene. Wie gesagt, da wird halt im Moment einiges aufgewrmt.
Wo die Frage nach dem Sinn nun geklrt ist, stellt sich als nchstes die, ob es sich lohnt, das Teil zu kaufen. Der Thematik entsprechend ist es aber nur den "Die Hard"-Leuten ans Herz zu legen. Welchen auch immer.
   
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